Schneemessung

Eine wesentliche Information für die Wasserwirtschaft ist der jeweils aktuelle Wassergehalt der Gesamtschneedecke (sog. Wasseräquivalent), da durch Schneeschmelze (ggf. in Verbindung mit einem Regenereignis) große Wassermengen abflusswirksam und Winterhochwasser ausgelöst werden können. Die Wassergehalte der Schneedecken werden durch die punktuellen Schneeregistrierungen in den Messnetzen gewonnen, fließen in die Modelle mit ein und werden auch in den Schneeschmelzvorhersagemodellen berechnet.

Das nachfolgende Beispiel zeigt die Schneesituation am 8. März 2006. Dabei wurde der gemessene Wassergehalt der Gesamtschneedecke (Wasseräquivalent) mit dem DWD-Vorhersagemodell SNOW für ganz Bayern regionalisiert.

Bayernkarte mit Eintragungen der regionalisierten Wasseräquivalente [mm] (farblich unterschiedliche Bereiche). Bild vergrößern Regionalisiertes Wasseräquivalent [mm]

Anfang März 2006 hatte es starken Schneefall gegeben (örtlich 60 cm Neuschnee in 24 Stunden) und im Bayerischen Wald wurden außergewöhnlich hohe Wassergehalte der Schneedecke registriert (z.B. Lindberg-Buchenau/Bayer. Wald: 420 mm am 8. März bei 175 cm Gesamtschneehöhe). Anschließend setzten bis zum 10. März Regenfälle sowie Schneeschmelze ein und durch Tauflut wurde im westlichen Bayern ein Hochwasser ausgelöst (z.B. Zusam, Paar, Abens, Wörnitz, Altmühl, Fränk. Rezat). Von Hochwasser betroffen waren also eher diejenigen Gebiete, die im Vorfeld gering mächtige Schneedecken aufwiesen. Insgesamt wurden zum Beispiel im südlichen Donauvorland abflussrelevante Wassermengen zwischen 30 und 60 mm vom 8. bis 10. März registriert (siehe nachfolgendes Bild).

Bayernkarte mit Zahleneintragungen des registrierten Wasserdargebots vom 08. bis 10.03.2006 (Summe aus Schneeschmelze und Regen [mm] an den Messnetzstationen. Bild vergrößern Registriertes Wasserdargebot

Durch die Pufferwirkung der mächtigen alpinen und ostbayerischen Schneedecken wurde in diesen Gebieten kein Hochwasser ausgelöst.

Taufluten können allerdings auch ohne zusätzliche Regenereignisse entstehen. So führte allein temperaturbedingtes, flächenhaftes Abschmelzen einer etwa 20 cm mächtigen Schneedecke (Wasseräquivalent: um 65 mm) im März 2005 zu einem Hochwasser im mittelfränkischen Becken.

Je nach Schneeart und Durchfeuchtung kann der Wassergehalt einer Schneedecke stark schwanken. Zum Beispiel kann der Wassergehalt einer 10 cm mächtigen Schneedecke zwischen 10 mm (Pulverschnee) und 50 mm (nasser Altschnee) betragen.