Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Informations-/ Kartendienst

Überschwemmungsgefährdete Gebiete (IÜG)

Im Rahmen der Informationspflicht nach § 76 WHG werden Hochwassergefahren, Hochwasserrisiken und weitere hochwasserrelevante Informationen in Kartenform und in einem interaktiven Kartendienst dargestellt und veröffentlicht.

Der "Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete" (IÜG) gibt Ihnen die Möglichkeit, sich einen Überblick über den Stand der Ermittlung und der Festsetzung von Überschwemmungsgebieten in Bayern zu verschaffen. Im Kartendienst werden Überflutungsflächen für häufige, mittlere und seltene Hochwasserereignisse sowie die wassersensiblen Bereiche dargestellt. Soweit verfügbar lassen sich auch die Wassertiefen bei Überschwemmungsflächen und die Umgriffe beobachteter Hochwasserereignisse anzeigen.

Um auf unterschiedliche Anforderungen an den Informationsdienst einzugehen, gibt es die Möglichkeit zwischen einer Standard- und einer Expertenversion zu wählen. Die Standardversion ermöglicht es dem Nutzer sich mit festgelegten Kombinationen der Kartenthemen einen schnellen Überblick über die Hochwassergefahren zu verschaffen, während in der Expertenversion die Möglichkeit besteht, Kartenthemen frei zu kombinieren. Beim Wechsel zwischen beiden Benutzeroberflächen wird der Kartenausschnitt beibehalten.

Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete (IÜG)

Inhalte und Darstellung im Kartendienst

Die Ansicht der hochwasserrelevanten Themen ist vor verschiedenen Hintergrund-Darstellungen möglich. So kann zwischen Topographischen Karten, einer digitalen Ortskarte und Luftbildern gewechselt werden. Ab dem Maßstab 1:4.000 wird statt der Topographischen Karte die Flurkarte gezeigt.

Überschwemmungsgebiete werden in der Regel im Maßstab 1:2.500 ermittelt. Die Darstellung im IÜG ist bis zum Maßstab 1:1.000 möglich, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass sich durch die Zoom-Möglichkeit die Genauigkeit der Karteninhalte über den Maßstab 1:2.500 hinaus nicht erhöht.

Eine Darstellung der Überschwemmungsgebiete ist zusammen mit den Flurkarten möglich, d.h. Grundstücksgrenzen sind erkennbar. Deshalb kann die Betroffenheit der einzelnen Grundstücke abgelesen werden. Zeichnerische Ungenauigkeiten hinsichtlich der Lage sind im Bereich +/- 10m möglich.

Diese Genauigkeit gilt jedoch nicht für die Überflutungsflächen extremer Hochwasserereignisse. Diese Flächen können aufgrund von Unschärfen in den Eingangsdaten nur mit einer Maßstabs-Genauigkeit von 1:25.000 ermittelt werden. Auf eine Darstellung in Verbindung mit der Flurkarte wurde deshalb bewusst verzichtet.

Legende für Überschwemmungsszenarien Überschwemmungsszenarien

Die Überschwemmungsgebiete werden für verschiedene Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt und im IÜG in verschiedenen Blautönen dargestellt. Überflutungsflächen häufiger Hochwasserereignisse werden dunkelblau, mittlerer Ereignisse heller und seltener Hochwasserereignisse am hellsten dargestellt.

Legende für Überflutungstiefen Überflutungstiefen

Bei der Darstellung der Überflutungstiefen werden ebenfalls verschiedene Blautöne verwendet. Durch die dunklen Farbtöne werden die tiefsten Wasserstände und durch die hellen Farbtöne die flacheren Bereiche symbolisiert.

Verschiedene Blautöne symbolisieren unterschiedliche Wassertiefen in der Darstellung eines Überschwemmungsgebietes im Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete Bild vergrößern Wassertiefendarstellung

Überschwemmungsgebiete mit Rechtsstatus:

Überschwemmungsgebiete, die sich im Prozess der Festsetzung befinden, werden im IÜG folgendermaßen dargestellt:

Legende für vorläufige Sicherung Vorläufige Sicherung

Legende für Festsetzung Festsetzung

Gebiete, die noch nicht festgesetzt sind, jedoch bereits vorläufig gesichert sind, sind einfach schraffiert, während bereits festgesetzte Gebiete doppelt schraffiert dargestellt werden.

Durchgehend blaue Fläche zur Darstellung eines ermittelten Überschwemmungsgebietes und schraffierte Fläche zur Darstellung eines festgesetzten Überschwemmungsgebietes im Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete; die schraffierte Fläche spart eine Siedlung aus, die im Überschwemmungsgebiet liegt Bild vergrößern Ermitteltes und Festgesetztes Überschwemmungsgebiet

In Gebieten mit Baurecht (z.B. Bebauungsplan) und in bebauten Gebieten wurden bis zur Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes 2005 grundsätzlich keine Überschwemmungsgebiete amtlich festgesetzt. Es ist deshalb möglich, dass Überschwemmungsgebiete mit dem Status "amtlich festgesetzt" an den Siedlungsgrenzen enden, obwohl die bebauten Flächen ganz oder teilweise in einem Überschwemmungsgebiet liegen.

Über den Aufruf von Detailinformationen können die rechtlich relevanten Dokumente zur vorläufigen Sicherung bzw. zur Festsetzung eingesehen werden.

Da noch nicht für alle Gewässer Überschwemmungsgebiete ermittelt wurden, können auch die Wassersensiblen Bereiche ein Anhaltspunkt für die Hochwassergefahr sein.

Legende für wassersensibler Bereich Wassersensibler Bereich

Diese Gebiete sind durch den Einfluss von Wasser geprägt. Nutzungen können hier durch über die Ufer tretende Flüsse und Bäche, Wasserabfluss in sonst trockenen Tälern oder hoch anstehendes Grundwasser beeinflusst werden. Im Unterschied zu den Überschwemmungsgebieten kann bei diesen Bereichen kein definiertes Risiko (Jährlichkeit des Hochwasserabflusses) angegeben werden und es gibt keine rechtlichen Vorschriften wie Verbote und Nutzungsbeschränkungen im Sinne des Hochwasserschutzes.

Wassersensible Bereiche werden anhand der Auen und Niedermoore abgegrenzt. Sie kennzeichnen den natürlichen Einflussbereich des Wassers, in dem es zu Überschwemmungen kommen kann. An den kleineren Gewässern sind in der Regel keine Überschwemmungsgebiete ermittelt und amtlich festgesetzt. Die Darstellung von Auenstandorten und Niedermooren gibt hier den einzigen Hinweis auf mögliche Überschwemmungen und hohe Grundwasserstände. An größeren Gewässern ergänzen die Wassersensiblen Bereiche die Informationen zu den Überschwemmungsgebieten und zeigen z.B. Gebiete hinter Deichen, die bei extremen Hochwasserereignissen auch beeinträchtigt werden können.

Die wassersensiblen Bereiche werden auf der Grundlage der Konzeptbodenkarte im Maßstab 1:25.000 erarbeitet. Diese Karten enthalten keine Grundstücksgrenzen. Die Betroffenheit einzelner Grundstücke kann deshalb nicht abgelesen werden und die Darstellung der wassersensiblen Bereiche im IÜG ist nur bis zu einem Maßstab von 1:4.000 möglich.

Legende für Historische bzw. abgelaufene Hochwasserereignisse Historische bzw. abgelaufene Hochwasserereignisse

Im IÜG können auch Umgriffe vergangener Hochwasserereignisse betrachtet werden. Sie stellen die Ausmaße tatsächlich beobachteter Hochwasserereignisse dar. Die abrufbaren Detailinformationen geben Hinweise auf das Datum des Ereignisses und seine statistische Jährlichkeit. So kann in etwa eingeschätzt werden wie häufig ähnliche Ereignisse wieder zu erwarten sind.

Legende für Pegel / aktueller Wasserstand Pegel / aktueller Wasserstand

An Stellen, die mit einem Pegelsymbol gekennzeichnet sind, betreibt die bayerische Wasserwirtschaftsverwaltung bzw. die Bundeswasserstraßenverwaltung Pegel um den Wasserstand laufend beobachten zu können.

Vor einem Luftbild sind die Umrisse historischer Hochwasserereignisse und Standorte von Pegeln dargestellt Bild vergrößern Ausdehnung historischer Hochwasserereignisse und Pegelstandorte

Über den Aufruf von Detailinformationen können direkt aus dem IÜG die aktuellen Pegelstände vom Hochwassernachrichtendienst (HND) abgerufen werden. Im Zusammenhang mit Hochwasser-Meldestufen und der Darstellung von Pegelständen bei vergangenen Hochwasserereignissen kann man die aktuelle Hochwassergefährdung an den Pegeln erkennen und einschätzen.

Darstellungen im Alpenraum

Im Alpenraum liegen sehr komplexe naturräumliche Verhältnisse vor, die die Ermittlung von Überschwemmungsgebieten erschweren. Der IÜG bietet daher hauptsächlich Informationen zu abgelaufenen Hochwasserereignissen an. Informationen, die andere alpine Naturgefahren betreffen, finden Sie zusätzlich im "Informationsdienst Alpine Naturgefahren" (IAN).