Die vorläufige Risikobewertung
Die vorläufige Risikobewertung ist eine grobe Bestandsanalyse zur Ermittlung von Gewässern mit einem besonderen Hochwasserrisiko. Sie legt den Rahmen für die nachfolgenden Schritte bei der Umsetzung des Hochwasserrisikomanagements fest. In Bayern gibt es ca. 100.000 Gewässerkilometer; ein Großteil davon sind kleine Bäche und Gräben. Hochwasserrisikomanagement kann nicht überall gleichzeitig ansetzen. Ziel der vorläufigen Risikobewertung ist daher, die Schwerpunkte des Hochwasserrisikos zu erkennen, um dort beginnen zu können.
Eine einheitliche Methodik
Die Ermittlung der Gewässer mit besonderem Hochwasserrisiko erfolgte für die bayerischen Anteile der Flussgebiete von Elbe, Donau und Bodensee anhand einer einheitlichen Methodik. Grundsätzlich wurden alle Gewässer betrachtet, deren Einzugsgebiet größer als 10 km2 ist. Ergänzt wurden diese um kleinere Bäche und Gräben, die nach Kenntnis der Wasserwirtschaftsämter bei früheren Hochwasserereignissen beträchtliche Schäden verursacht haben. An diesen Gewässern wurden die gewässernahen Flächen mit Daten zur Landnutzung verschnitten und anhand zuvor definierter Kriterien analysiert.
Ein besonderes Hochwasserrisiko besteht an Gewässern, deren Auen bereits jetzt zu einem hohen Flächenanteil für Wohnbebauung, Industrie oder Gewerbe genutzt werden. Diese wurden ergänzt um Gewässer, an denen Industrieanlagen weiter flussabwärts liegende Schutzgebiete gefährden können. Ein weiterer Ansatzpunkt für die Bewertung waren die Berichte zu überregional bedeutsamen, vergangenen Hochwasserereignissen (u.a. 1954, 1999, 2002 und 2005). Das führte dazu, dass alle in der Anlage des Bayerischen Wassergesetzes aufgeführten Gewässer erster Ordnung, d.h. die größeren Flüsse Bayerns, per se als Risikogewässer eingestuft wurden, da diese Gewässer in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz großer Hochwasserereignisse waren.
Die Gewässer wurden möglichst immer durchgängig vom ersten bebauten Gewässerabschnitt mit besonderem Hochwasserrisiko bis zur Mündung erfasst. So ist sichergestellt, dass auch für Maßnahmen des natürlichen Wasserrückhalts geeignete Gebiete erfasst sind.
Für das Bayerische Maingebiet wurden die Gewässer mit besonderem Hochwasserrisiko bereits im Rahmen der Entwicklung des Hochwasserrisikomanagement-Plans Main ermittelt.
Bis 2018 muss die vorläufige Risikobewertung aktualisiert werden. Dadurch ist sichergestellt, dass einer Veränderung des Risikos, z.B. durch Siedlungsdruck oder den Klimawandel, Rechnung getragen werden kann.
Weiterführende Informationen
Links zu anderen Angeboten
- Schadensbilanz vergangener Hochwasserereignisse
- Gewässerkundliche Berichte
- Hochwasserrisikomanagement-Plan Main – Risikogewässer
