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Hochwasserrisiko - Wenn Überschwemmungen Schaden anrichten können
Die Hochwassergefahr bezeichnet nur die Wahrscheinlichkeit und die Ausmaße eines Hochwasserereignisses. Hochwasserrisiko entsteht dort, wo die Landnutzung nicht an die Hochwassergefahr angepasst ist, und Schäden entstehen können.
Zur Bewertung des Hochwasserrisikos werden die negativen Auswirkungen auf folgende Schutzgüter näher betrachtet:
- menschliche Gesundheit
- die Umwelt
- das Kulturerbe und
- wirtschaftliche Tätigkeit und Infrastruktur
Das Hochwasserrisiko ist dabei als das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Ausmaßen eines Hochwasserereignisses sowie der Exposition der Schutzgüter zu verstehen.
Die nachteiligen Folgen, die wohl die meisten Hochwassergeschädigten betreffen, beziehen sich auf den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeit. Allein die Überschwemmungen im August 2002 verursachten deutschlandweit Schäden in Höhe von 9,2 Milliarden Euro. Zur Bewertung der negativen Folgen in Bezug auf wirtschaftliche Tätigkeit wird die Fläche verschiedener Landnutzungsklassen in Kombination mit Wassertiefen bei Überschwemmungen betrachtet. So lassen sich wirtschaftliche Risiken für Privathaushalte, Unternehmen, die Infrastruktur und der Land- und Forstwirtschaft grob abschätzen.
Als Beispiele für negative Folgen von Hochwasser auf die menschliche Gesundheit lassen sich in erster Linie Todesfälle und Verletzungen aber auch Krankheiten infolge von Trinkwasserverschmutzung nennen. Als Anhaltspunkt für die Bewertung des Hochwasserrisikos für die menschliche Gesundheit wird pauschal die Zahl der vom Hochwasser betroffenen Einwohner bei unterschiedlichen Wassertiefen betrachtet.
Nachteilige Folgen für die Umwelt kann ein Hochwasserereignis vor allem dann haben, wenn Gewässer, Grundwasservorkommen oder Schutzgebiete verschmutzt werden. Dies kann beispielsweise dann vorkommen, wenn Anlagen, die bei Hochwasser Schadstoffe freisetzen (wie Kläranlagen oder Betriebe der Chemie-Industrie) in Überschwemmungsgebieten liegen. Eine Methode zur weitergehenden Bewertung des Risikos gibt es derzeit nicht.
Wenn z.B. denkmalgeschützte Bauten oder historische Altstadtkerne in einer Überschwemmungsfläche liegen, kann man von einem Hochwasserrisiko für das Kulturerbe sprechen.
Durch die Verschneidung der Hochwasser-Gefahrenflächen mit Informationen der Landnutzung kann das Hochwasserrisiko in Kartenform dargestellt werden.
Da es nicht finanzierbar ist, an allen hochwassergefährdeten Bereichen gleichzeitig ein einheitliches Schutzniveau zu garantieren, können diejenigen Hochwasserschutz-Maßnahmen, die den größten positiven Effekt versprechen, durch eine Risikobewertung priorisiert werden. Dieses Vorgehen erlaubt es Hochwasserschutzziele auf der Ebene eines Einzugsgebietes zu koordinieren um einen effizienten vorbeugenden Hochwasserschutz zu garantieren.
