Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Hinweise zur Deichverteidigung und Deichsicherung

Jeder Wasserlauf hat ein natürliches Überschwemmungsgebiet, in dem er sich bei Hochwasser ausbreiten kann. Insbesondere zum Schutz von Siedlungen und Verkehrswegen wurden allerdings in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Flussläufe eingedeicht. Auch wenn wir heute wissen, dass dadurch natürliche Überschwemmungsflächen und Rückhalteräume verloren gehen und sich die Hochwasserspitzen erhöhen können, kann auf Deiche nicht verzichtet werden.

Entlang den größeren Gewässern in Bayern wurden ca. 1300 km Hochwasserschutzdeiche gebaut, die auf weiten Strecken nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen entsprechen. Das nach dem Pfingsthochwasser 1999 gestartete bayerische Aktionsprogramm 2020 für einen nachhaltigen Hochwasserschutz sieht vor, die Deiche mit einem Kostenaufwand von ca. 500 Mio. Euro zu sanieren. Diese Sanierungsarbeiten für ein einheitliches Schutzniveau können noch Jahre dauern, so dass Vorkehrungen zur Gefahrenabwehr auf den noch unzureichenden Deichabschnitten bei Hochwasser getroffen werden müssen.

Hochwasserereignisse der Vergangenheit haben gezeigt, wie wichtig der Einsatz von qualifiziertem Fachpersonal bei der Deichverteidigung ist. Auch die Mitwirkung zahlreicher Helfer ist unverzichtbar. Sie sind um so wertvoller, je besser sie ihre möglichen Aufgaben beherrschen und je deutlicher ihnen die Gesamtzusammenhänge bewusst werden. Fehler in der Deichverteidigung können schwerwiegende Folgen haben und zu Deichbrüchen führen. Dies muss auch in Ausnahmesituationen eines Hochwassers vermieden werden.

Mit dieser Broschüre wird allen Beteiligten der Deichverteidigung und -sicherung eine Anleitung übergeben, die dazu beitragen soll, die Ursachen für Schadensfälle am Deich zu erkennen und Deichverteidigungsmittel richtig einzusetzen.