Schäden durch Hochwasser

Naturereignisse wie Hochwasser können dort zu Katastrophen werden, wo sie Schäden verursachen. Für die Schäden sind die Menschen in großem Maße selbst verantwortlich. Die Besiedlung natürlicher Überschwemmungsflächen in Folge der wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Entwicklung schaffte erst das Schadenpotenzial, das große Hochwasser zu Katastrophen macht.

Die größten Schäden verursachen Hochwasser an privaten Wohngebäuden, öffentlichen Bauten und landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden. Hinzu kommen Schäden an Infrastruktur z.B. an Straßen und Brückenbauten, an nicht überbauten öffentlichen Flächen, wie Gärten und Parks, an landwirtschaftlich genutzten Flächen und an beweglichen Gütern. Mittelbare Schäden z.B. durch Betriebs- und Produktionsausfälle, Verkehrssperrungen oder Einsatzkosten des Katastrophenschutzes, sind oft nur schwer zu beziffern. Auch die negativen Auswirkungen für die Umwelt, z.B. durch ausgelaufenes Heizöl, sind schwer in einem Geldwert auszudrücken.

Hochwasserbedingte Schäden an einer Straße. Der Asphalt wurde teilweise unterspült, sodass keine ebene Fläche mehr vorhanden ist. Tiefe Senken und Löcher haben sich gebildet, durch die das Wasser abfließt. Bild vergrössern Durch Hochwasser zerstörte Straße
Vierteilige Skizze, zeigt die unterschiedliche Entwicklungsstadien eines Flusses und der angrenzenden Siedlung: in Teil 1 sind zwei Häuser dargestellt, die bei 50-jährlichem Hochwasser überflutet werden. Aufgrund der Forderung nach Hochwasserschutz wird ein Deich gebaut, der in Teil 2 dargestellt ist. Das 100-jährliche Hochwasser bleibt hinter dem Deich, die beiden Häuser bleiben trocken. In der weiteren Entwicklung (Teil 3) deutlich mehr Häuser in der Siedlung, die bei 100-jährlichem Hochwasser trocken bleiben. Teil 4 zeigt ein Extremhochwasser, das den Deich überströmt und die nun größere Siedlung überflutet. Bild vergrössern Wenn Siedlungen vor Hochwasser geschützt werden, nimmt häufig die Nutzung in den geschützten Bereichen zu. Wenn es bei extremen Ereignissen dann doch zu einer Überflutung kommt, sind die Schäden höher als vor den Schutzmaßnahmen. Das Restrisiko kann also infolge der Schutzmaßnahmen mittelfristig stark ansteigen, obwohl sie zur Reduktion des Risikos errichtet wurden.

Zusätzlich wird die Situation dadurch verschärft, dass durch Hochwasserschutzeinrichtungen wie Deiche oder Flutpolder ein Sicherheitsgefühl vermittelt wird, das die Bewohner in hochwassergefährdeten Gebieten dazu verleitet immer mehr Werte in dem nun geschützten Gebiet anzuhäufen. Kommt es dann zu einem extremen Hochwasserereignis, bei dem die Schutzanlagen überlastet werden und im Extremfall sogar versagen, entstehen deutlich höhere Schäden. Statt das Risiko zu reduzieren, erhöht sich also aufgrund der Schutzmaßnahmen das Restrisiko im vermeintlich geschützten Gebiet. Die Schäden, die bei einem Extremereignis entstehen können, übersteigen dann den Wert der Schäden, der ohne Schutzmaßnahme entstanden wäre.

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