Junihochwasser 2013

Zum Ende des bereits von kühlen Temperaturen und stetigen Niederschlägen geprägten Monats Mai setzte im Juni 2013 großräumig Starkniederschlag ein, der zu extremen Hochwasserabflüssen und weiträumigen Überschwemmungen in Bayern führte. Betroffen waren insbesondere das Donauvorland und die alpinen Flussgebiete im Südosten Bayerns sowie die untere Donau. Das Junihochwasser 2013 ist bereits das fünfte große Katastrophenereignis an der Donau seit 1988. Die Wasserstände erreichten vielerorts neue Rekordstände, wie z.B. in Passau.

Bayernkarte mit den größten Gewässern. Ihre partielle Einfärbung zeigt die Jährlichkeiten der Abflüssen in bestimmten Abschnitten.Bild vergrössern Schema der Jährlichkeiten der Scheitelabflüsse beim Hochwasser im Mai und Juni 2013

Das Hochwasserereignis verursachte in Bayern Schäden in Höhe von rund
1,3 Mrd.€. Allein an staatlichen Gewässern und Anlagen müssen mehr als 100 Mio.€ für Sanierungsmaßnahmen und die Beseitigung der Schäden infolge des Hochwasserereignisses aufgewendet werden.

Eine der Hauptursachen für die massiven Schäden an Gebäuden war im Zuge des Hochwassers ausgelaufenes und in das Mauerwerk eingedrungenes Heizöl. Das Heizöl war jedoch nicht nur in Gebäuden zu finden, sondern breitete sich teilweise großflächig in der Umwelt aus. Insbesondere im Bereich des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf kam es neben der erheblichen Freisetzung von Heizöl aus Wohnhäusern auch zum Austritt von anderen wassergefährdenden Stoffen aus Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Autohäusern und anderen Gewerbebetrieben.

Pkw im Hochwasser. Der Wasserpegel reicht bis zu den Fenstern. Mitgeschwemmtes Material hat sich an dem Fahrzeug verkeilt.Bild vergrössern Im Wasser stehender Pkw.
Foto: Wasserwirtschaftsamt Kempten

Abgesehen von den hohen materiellen Schäden, von denen auch viele Bürgerinnen und Bürger erheblich getroffen wurden, lief das Hochwasser in Bayern glimpflich ab: Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Tode. Die im Rahmen des Hochwasserschutz Aktionsprogramms 2020 bereits ergriffenen Maßnahmen zum Hochwasserschutz und
-risikomanagement haben sich bewährt und dort Schlimmeres verhindert. Die insgesamt 25 staatlichen Wasserspeicher sowie der Flutpolder Weidachwiesen haben Wasser aus den Hochwasserwellen erfolgreich zurückgehalten und erneut einen wertvollen Beitrag zur Schadensminimierung in den unterhalb gelegenen Gebieten geliefert. Der Hochwassernachrichtendienst erwies sich erneut als wichtiges und funktionsfähiges Instrument, um Betroffene vor den Fluten rechtzeitig zu informieren und damit noch weitergehende Schäden zu vermeiden.