Betrieb, Überwachung und Unterhaltung: eine Daueraufgabe

Bauwerke des technischen Hochwasserschutzes müssen ständig ordnungsgemäß gepflegt und gewartet werden. Nur so können sie jederzeit die vorgesehene Hochwasserschutzfunktion erfüllen. Auch wenn über mehrere Jahre möglicherweise kein Hochwasserereignis stattfindet, müssen die Schutzanlagen auch ohne lange Vorwarnung betriebsbereit und voll funktionsfähig sein. Die personellen und finanziellen Aufwendungen für diese Daueraufgabe steigen mit dem Anlagenbestand und der Komplexität der technischen Hochwasserschutzanlagen.

Während konventionelle Deiche durch einfache Pflegemaßnahmen unterhalten werden können, erfordern modernere Hochwasserschutzsysteme aufgrund des Einsatzes mobiler Hochwasserschutzelemente und zunehmend aufwändigerer Binnenentwässerungsanlagen einen erheblich höheren Aufwand sowie entsprechendes Fachwissen.

Darüber hinaus führen fortgeschriebene Anforderungen aus technischen Regelwerken und Normen sowie die allgemeine bautechnische Entwicklung zu kontinuierlich steigenden Standards im technischen Hochwasserschutz. Die laufende Weiterentwicklung des Anlagenbestandes ist somit eine Daueraufgabe auch über die Laufzeit des Aktionsprogramms 2020plus hinaus.

Personen an einer Talsperre. Eine Person führt ein Kabel in ein Rohr, den Grundwasserpegel, ein. Die andere Person hockt vor einem geöffneten Koffer. In diesem befindet sich ein Computer zur Auswertung der Messdaten.Bild vergrössern Überwachung: Kamerabefahrung eines Pegelrohrs am Rottachsee zur Kontrolle des Staudammdurchsickerung

Die planmäßige Lebensdauer geotechnischer Bauwerke liegt bei 80 bis 100 Jahren. Um die Gebrauchs- und Anlagensicherheit von rund 1.300km Deichen, 77km Hochwasserschutzwänden und 3km mobiler Hochwasserschutzsysteme dauerhaft zu gewährleisten, müssen jährlich 10 bis 20km dieser Bauwerke grundlegend saniert oder neugebaut werden. Auch die derzeit 26 staatlichen Speicher und die Wildbachbauwerke müssen sukzessive ersetzt oder saniert werden. Um gezielt handeln zu können, werden die bestehenden Anlagen laufend auf ihren baulichen Zustand sowie die der Bemessung zugrunde liegenden Annahmen überprüft.

Des Weiteren müssen steuerbare und bewegliche Anlagenteile stetig technisch gewartet werden, um die Einsatzbereitschaft jederzeit gewährleisten zu können. Die Zuverlässigkeit muss auch nach mehreren Jahren ohne Hochwasserereignis gegeben sein. Zusätzlich ist kompetentes Betriebspersonal laufend zu schulen und das Personal muss nahezu ständig vor Ort einsatzbereit und schnell verfügbar sein. Besonders bei kleinen Einzugsgebieten und im Wildbachbereich sind die Vorwarnzeiten je nach Ereignis, z.B. bei lokalen Starkniederschlägen, sehr gering.

Die Anforderungen an die für Bauwerke des technischen Hochwasserschutzes zuständigen staatlichen und kommunalen Fachstellen werden weiter steigen. Ein stetiger Erfahrungsaustausch und laufende Fort- und Weiterbildungen sind hier erforderlich.