Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Erläuterungen zur Messung des Grundwasserstands

Ziel der Messungen

Die Hauptaufgabe der Grundwasserstandsbeobachtung im Landesgrundwasserdienst-quantitativ ist das Bereitstellen gesicherter Daten und Datenaufbereitungen, die neben anderen Beobachtungs- und Untersuchungsergebnissen benötigt werden für

  • die Bewirtschaftung der Grundwasservorräte, vorrangig zum Zweck der Wasserversorgung,
  • die Ausarbeitung hydrologischer Unterlagen, z. B. Karten, als Instrumente für Planungen und Begutachtungen,
  • die Kontrolle von Maßnahmen, die sich auf das Grundwasser großflächig und nachhaltig auswirken können,
  • die praxisorientierte Erforschung wasserwirtschaftlicher Fragen im Grundwasserbereich.

Die Messungen werden nach Vorgaben des LfU von den Bayer. Wasserwirtschaftsämtern durchgeführt. Ergebnisse werden in verschiedenen Gewässerkundlichen Berichten veröffentlicht.

Grundlagen der Grundwasserstandsmessung

Die Messung des Grundwasserstands erfolgt auf Grundlage der "Grundwasserrichtlinie für die Beobachtung und Auswertung Teil 1 - Grundwasserstand" wie sie von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) im Jahr 1982 herausgegeben wurde. Weitere konkrete Vorgaben für den Messbetrieb in Bayern sind in der Merkblattsammlung Nr. 2.1/4 ausgeführt.

Bei der Messung des Grundwasserstands bestehen besondere Anforderungen durch große Messtiefen, nicht immer lotrechten Messstellenausbau, enge Messrohre, artesisch gespanntes Grundwasser und spezielle Umfeldbedingungen (Frost, Feuchte, Hitze). Je nach Einsatzbereich sind daher spezielle Messgeräte vorzusehen.

Messprogramm

Im Landesgrundwasserdienst-quantitativ werden in den verschiedenen Messnetzen betrieben (Landesgrundnetz, Verdichtungsnetze, Sondernetze). Das Messprogramm orientiert sich an der jeweiligen Aufgabenstellung des Messnetzes.

Grundwasserstände in der Münchener Schotterebene, Niedrigwasserereignisse an Grundwassermessstelle Eglfing Lehrer 265B, Gemeinde Haar.
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Niedrigwasserereignis an einer Messstelle

Im Landesgrundnetz werden die überörtlich bedeutenden Grundwasserleiter in der Regel mit kontinuierlich aufzeichnenden Messgeräten zeitlich unbegrenzt beobachtet (im allgemeinen elektronische Datensammler, teilweise auch Schreibgeräte) . Die Messdaten werden mit Kontrollmessungen vor Ort überprüft. Bei einigen Grundnetz-Messstellen werden die Messdaten mittels Datenfernübertragung abgerufen und tagesaktuell im Internet bereitgestellt.

In den Verdichtungsnetzen werden für hydrogeologische Aufgaben und Fragestellungen in Teilbereichen der überörtlich bedeutenden Grundwasserleiter für einen begrenzten Zeitraum oder nur zu bestimmten Zeitpunkten (Stichtagsmessungen) Messungen zum Grundwasserstand vorgenommen. Der Messturnus orientiert sich dabei an der Messaufgabe.

In örtlich begrenzten Sondernetzen werden detaillierte Information über das Grundwasservorkommen gewonnen, wie sie für die Planung, Baudurchführung und Beweissicherung benötigt werden. Entsprechend der Aufgabenstellung haben Sie meist eine relativ hohe Messstellendichte. Damit können z.B. maßnahmebedingte Änderungen größerer wasserwirtschaftlicher Sanierungsvorhaben festgestellt werden. Der Messturnus orientiert sich an der Messaufgabe. Die Beobachtung des Grundwasserstands ist zeitlich begrenzt bis zur Fertigstellung von Planungen oder dem Abschluss einer Beweissicherung.

Ergebnisse

Die Messdaten werden regelmäßig ausgewertet und in den Monatsberichten , Jahresberichten des LfU, im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch für das Donau- und Maingebiet veröffentlicht. Daneben erfolgen spezielle Auswertungen für ereignisbezogene Berichte bei extremen Hochwasser- oder Niedrigwasserereignissen.

Weiterführende Informationen

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