Allgemeiner Grundwasserschutz

Das bayerische Wassergesetz, das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes und die europäische Wasserrahmenrichtlinie sind die wichtigsten Rechtsgrundlagen für den Grundwasserschutz. Hinzu kommen fachspezifische Regelungen wie Rechtsverordnungen, sei es für Pflanzenschutz oder für Düngung, sei es für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.

Das bayerische Landesentwicklungsprogramm gibt Ziele für den Grundwasserschutz vor, die dann in den einzelnen Regionalplänen mit den konkreten örtlichen Verhältnissen verknüpft werden. Und verantwortungsbewusste Kommunen berücksichtigen bei ihrer Bauleitplanung die Belange des Grundwassers, nicht zuletzt für ihre eigene Wasserversorgung.

Regionale Kampagnen wie die "Aktion Grundwasserschutz" in Unterfranken knüpfen Netze von Projekten und Partnern. Für die Informations-Initiative bietet das Trinkwasser einen persönlich nahe gehenden Aufhänger.
Auch bei Initiativen von Wasserversorgungsunternehmen zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung (z. B. Kooperationsprojekt der Stadtwerke München) bilden die Einzugsgebiete von Trinkwasserbrunnen und -quellen sozusagen die Keimzellen für einen flächendeckend praktizierten Grundwasserschutz.

Landesplanerische Steuerung

Zur nachhaltigen Vorsorge gehört es, den Grundwasserschutz auch schon im Zuge der Landesentwicklung und Regionalplanung gegenüber anderen Nutzungsansprüchen angemessen sicherzustellen.
Dazu ist im Landesentwicklungsprogramm als Grundsätze und Ziele verankert

  • für das Grundwasser den guten mengenmäßigen und chemischen Zustand zu erhalten oder zu erreichen
  • Tiefengrundwasser, das sich nur langsam erneuert, besonders zu schonen
  • die Schutzfunktion des Bodens für das Grundwasser zu erhalten oder wieder herzustellen
  • Abbaustellen im Grundwasser grundsätzlich nicht mit Fremdmaterial zu verfüllen.
  • in besonderes empfindlichen Gebieten den Grundwasserschutz durch standortangepasste Nutzungen und weitergehende Anforderungen sicherzustellen
  • Grundwassernutzungen und Eingriffe, die Veränderungen der Grundwassermenge oder -beschaffenheit besorgen lassen, nur dann zuzulassen, wenn die Belange der öffentlichen Wasserversorgung nicht beeinträchtigt werden.
Bild von einem Gebiet mit Kiesabbau, in dem Grundwasser freigelegt ist (Baggerseen).
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Grundwasserfreilegung durch Rohstoffabbau

Insbesondere um letzteres sicherzustellen und mögliche Konfliktpotentiale schon im landesplanerischen Vorfeld erkennen zu lassen, sollen die Grundwassereinzugsgebiete öffentlicher Trinkwassergewinnungen bekannt sein und ihre empfindlichen Teile als wasserwirtschaftliche Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete in den Regionalplänen dargestellt werden.