Messstellen

Landesmessnetz Grundwasserbeschaffenheit (mit Überblicksweiser Überwachung nach EG-Wasserrahmenrichtlinie)

Bereits um 1980 wurde mit der systematischen Landesbeobachtung der Grundwasserbeschaffenheit in Bayern begonnen. Die Messstellenanzahl, Probenahme und der Untersuchungsumfang wurden dabei regelmäßig an die bestehenden Anforderungen angepasst. Mittlerweile wurde die kontinuierliche Grundwasserüberwachung zu einem Instrument des Gewässerschutzes in der Europäischen Union ausgebaut (EG-Wasserrahmenrichtlinie). Mit jetzt 500 Messstellen (1 Messstelle je 140 km²) hat das Landesmessnetz folgende Aufgaben:

  • landesweite Erkundung der Grundwasserbeschaffenheit und ihrer Veränderungen in der Fläche
  • überblicksweise Überwachung aller 59 Grundwasserkörper in den bayerischen Flussgebieten
  • Basis der operativen Überwachung von Grundwasserkörpern, die noch nicht den guten chemischen Zustand erreicht haben

Zusätzlich zum Landesmessnetz werden für bestimmte Fragestellungen wie zum Beispiel für die operative Überwachung nach EG-WRRL, die Überwachung von Abfalldeponien oder die Klärung lokaler Grundwasserverhältnisse vielfältige Sondernetze betrieben.

Schemaskizze einer Grundwasserbeschaffenheitsmessstelle. Bild vergrößern Schemaskizze einer Grundwasserbeschaffenheitsmessstelle

Das Landesmessnetz setzt sich derzeit zu rund 30% aus Grundwassermessstellen (siehe Abbildung) und Quellen des Landesgrundwasserdienstes und zu ca. 70% aus Brunnen und Quellfassungen der öffentlichen Wasserversorgung zusammen. Vom Wasserversorger stillgelegte Wasserfassungen werden für eine langfristig gesicherte Probenahme in den Landesgrundwasserdienst übernommen.

Mit dem Messnetz werden in jedem Grundwasserkörper die natürlichen Einflüsse der Böden und des durchflossenen Grundwasserleiters zusammen mit den anthropogenen Einflüssen aus der flächigen Landnutzung repräsentativ erfasst. Dabei wird vorrangig das obere Grundwasserstockwerk untersucht, bei dem die Gefahr der Verschmutzung durch versickernde Schadstoffe besonders ausgeprägt ist. Soweit tiefere Grundwasserstockwerke der Wassergewinnung dienen, sind auch hier Überwachungsmessstellen reingerichtet.

Grundwasseraustritt als Quelle Bild vergrössern Grundwasseraustritt als Quelle

An Quellen tritt das aus einem Einzugsgebiet zuströmende Grundwasser natürlicherweise aus. Hier können in einfacher Weise unveränderte und oft für größere Gebiete repräsentative Wasserproben entnommen werden. Mittelgebirge und Alpenraum sind charakteristisch für ihre hohe Quellendichte. Regionaltypische Boden- und Gesteinseigenschaften bringen besondere Quellentypen hervor, z.B. Karstquellen.

Das Landesmessnetz enthält daher rund 160 Quellen-Messstellen (naturnahe Quellen und Quellfassungen der Wasserversorgung). Soweit gleichzeitig die Quellschüttung gemessen wird (siehe Landesmessnetz Quellen, derzeit noch im Aufbau), können neben den Stoffkonzentrationen auch die Stoffausträge bzw. Stofffrachten aus dem Grundwassereinzugsgebiet bestimmt werden.

Die 17 Wasserwirtschaftsämter beproben die Messstellen mindestens einmal im Jahr und geben die Untersuchungsergebnisse in eine zentrale Datenbank ein.