Grundwasserqualität

Einführung

Eine anhaltend gute Qualität des vielfältig genutzten Grundwassers gehört zu den Grundansprüchen unserer Gesellschaft. Daher wird die Beschaffenheit des Grundwassers, ihre Beeinträchtigung durch Schadstoffeintrag und ihre Entwicklung landesweit mit aufwendigen Messprogrammen überwacht. Die Landesüberwachung ist eine staatliche Aufgabe und wird vom Bereich Wasserwirtschaft in der bayerischen Umweltverwaltung wahrgenommen. Sie ergänzt die vielfältigen lokalen und regionalen Grundwasseruntersuchungen, z.B. die Eigenüberwachung der Wasserversorgungsunternehmen, durch eine langfristige, hohen Ansprüchen genügende Beobachtung an Standardmessstellen. Ihre Ziele sind

  • Erfassung des qualitativen Zustands der Grundwasservorkommen und ihrer Veränderungen in der Fläche, einschließlich Datendienst für den Grundwasserschutz auf europäischer Ebene (EG-Wasserrahmenrichtlinie)
  • Bewahrung der Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren bei Grundwassernutzungen
  • Schutz der Grundwasservorkommen und der vom Grundwasser beeinflussten Ökosysteme vor anthropogenen Belastungen.

Entsprechend seiner geologischen Vielfalt besitzt Bayern einen großen Komplex unterschiedlicher, in sich differenzierter Grundwasserlandschaften. Im Rahmen des europaweit abgestimmten Grundwassermonitorings wurden diese in sogenannte Grundwasserkörper eingeteilt. Das Landesmessnetz erfüllt die heutigen Anforderungen der Landesbeobachtung und dient gleichzeitig der Überwachung der Grundwasserkörper nach Wasserrahmenrichtlinie (Überblicksweise Überwachung). Derzeit umfasst das Landesmessnetz 500 Überblicksmessstellen, wobei Hydrogeologie, Landnutzung und Grundwassernutzung maßgeblich die Verteilung der Messstandorte bestimmen. Neben reinen Grundwasserbeschaffenheits-Messstellen sind im großen Umfang Brunnen und Quellen der Wasserversorgung in das Landesmessnetz eingebunden.
In Bereichen, die eine erhöhte Belastung mit Nitrat oder Pflanzenschutzmitteln aufweisen, wird zusätzlich ein operatives Monitoring durchgeführt. Das operative Messnetz besteht aus ausgewählten Messstellen der Überblicksweisen Überwachung und 85 zusätzlichen Ergänzungsmessstellen.

Vor dem Hintergrund der natürlichen Grundwasserbeschaffenheit sollen bekannte Grundwasserbelastungen wie z.B. durch Nitrat, Pflanzenschutzmittel überwacht und neue Gefährdungen frühzeitig erkannt werden. Diesem Ziel dienen jährliche bis mehrjährliche Standard-Messprogramme auf organische und anorganische Wasserinhaltsstoffe, ergänzt durch die gezielte Suche nach neuen, in der Fläche auftretenden Problemstoffen.

Das Monitoring im Landesmessnetz Grundwasserbeschaffenheit wird von den staatlichen Wasserwirtschaftsämtern durchgeführt und vom Gewässerkundlichen Dienst am Landesamt für Umwelt koordiniert. Dieser arbeitet bei der Planung der Messprogramme mit den Bereichen Laboranalytik, Stoffbewertung und Grundwasserschutz zusammen.

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