Untersuchungsprogramme

Die von der Wasserwirtschaftsverwaltung regelmäßig durchgeführten biologischen und chemisch-physikalischen Untersuchungen zur Gewässerqualität der Seen dienen der Beurteilung der Qualität der Seen als ganzheitliches Ökosystem und deren langfristige Entwicklung.
Mit dem Ziel der EG-Wasserrahmenrichtlinie zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes (ÖZ) bis zum Jahre 2015 bietet die regelmäßige Beobachtung (Monitoring) auch eine Grundlage für eventuelle Maßnahmenprogramme bei der Umsetzung der EU-Gesetzgebung.

Nach der Einteilung in unterschiedliche Überwachungskategorien erfolgt eine Zuordnung in entsprechende Messnetze mit den dazugehörigen biologischen und chemischen Untersuchungsprogrammen, von denen hier die der Landesmessnetze beschrieben sind. Weitere regionale Messnetze liegen in der Verantwortung der Regierungen und Wasserwirtschaftsämter.

Für das Landesmessnetz gewässerkundlicher Dienst, das die bayerischen Seen
> 0,5 km2 beinhaltet, werden im biologischen Untersuchungsprogramm an den Hauptmessstelen (HMS) die folgenden vier Biokomponenten, entsprechend den Anforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie untersucht bzw. bewertet.

Biologische Untersuchungsprogramme

  • Phytoplankton
  • Makrophyten und Phytobenthos
  • Makrozoobenthos
  • Fische

Fische, Makrozoobenthos

Makrozoobenthos in Schale. Bild vergrößern Makrozoobenthos in Schale

Soweit diese Verfahren bereits vorliegen (bei den Biokomponenten Makrozoobenthos und Fische liegen derzeit noch keine gültigen Verfahren vor), ist die Untersuchung und Bewertung der bayerischen Seen an den HMS nach diesen Methoden vorzunehmen.

Schöpfer für die Probenahme von Phytoplankton. Bild vergrößern Wasserschöpfer im Einsatz bei der Seenprobenahme

Dazu werden monatlich Phytoplanktonproben mit einem geeigneten Schöpfer an der tiefsten Stelle im See, bei Flachseen an einer uferfernen repräsentativen Stelle, von den Wasserwirtschaftsämtern entnommen.

Phytoplankton

Aufnahme der Kieselalge Tabellaria fenestrata unter dem Rasterelektronenmikroskop. Bild vergrößern Kieselalge Tabellaria fenestrata

Das Phytoplankton wird möglichst auf Artniveau bestimmt und die dazugehörige Biomasse errechnet ( siehe Unterseite Bewertungsverfahren).

Makrophyten und Phytobenthos

Phytobenthos: mikroskopisches Bild von benthischen Kieselalgen. Bild vergrößern Phytobenthos

Makrophyten und benthische Diatomeen werden zusätzlich einmal im Jahr an ausgewählten repräsentativen Ufertransekten bestimmt.

Makrophytenprobenahme mit einem Rechen. Bild vergrößern Makrophytenprobenahme mit einem Rechen

Die Probenahme der benthischen Diatomeen sowie die Kartierung der Makrophyten wird nach der Arbeitsanleitung "Handlungsanweisung" für die ökologische Bewertung von Seen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie: "Makrophyten und Phytobenthos" durchgeführt.

Zooplankton

Eine Probe über Netz filtriert. Bild vergrößern Probe über Netz filtriert

Zusätzlich zu den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie werden z.B. zur Bewertung der Seentrophie oder für Aussagen zur Funktionsfähigkeit des ökologischen Nahrungsnetzes Zooplanktonproben monatlich mit Hilfe einer Zooplanktonfalle über ein Netz filtriert.

Physikalisch- / chemische Untersuchungsprogramme

Secchischeibe (mehrfach gelochte Scheibe) zur Ermittlung der Sichttiefe. Bild vergrößern Secchischeibe zur Ermittlung der Sichttiefe

Sowohl zur Unterstützung der ökologischen Bewertung für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie als auch für die weiteren Bewertungen werden physikalische Kenngrößen und chemische Stoffkonzentrationen herangezogen. Aus den unterschiedlichen Untersuchungsprogrammen sind hier beispielhaft die Messgrößen des Chemie Standard Programms dargestellt.

Messgrößen - Einheiten
Messgrößen Einheit
Trübung (Sichtscheibe) cm
Wassertemperatur °C
Sauerstoff gelöst mg/l
pH-Wert -
Leitfähigkeit 20°C µS/cm
Phosphor-ges. (roh) mg/l
o-Phosphat-P mg/l
Nitrat-N mg/l
Ammonium-N mg/l
Chlorophyll a µg/l
Kieselsäure (SiO2) mg/l

Die Entnahme von Einzelproben für die physikalisch-chemische Untersuchung wird monatlich mit einem geeigneten Wasserschöpfer nach einem vorgegebenen Tiefenraster durchgeführt.

Die Probenahme für die genannten chemischen und biologischen Untersuchungsprogramme erfolgen in der Regel im selben Untersuchungsjahr in einem Bestimmten Turnus.

Sonstige Untersuchungsprogramme

Als weiteres Messnetz dient das Landesmessnetz Versauerung der Ermittlung des Versauerungszustandes in Gebieten, die durch sauren Regen belastet sind oder waren. Dabei werden biologische Untersuchungen des Phytoplanktons und des Zooplanktons sowie eine chemische Untersuchung der Kationen, Anionen und Nährstoffgehalte durchgeführt.

Untersuchungen zur Radioaktivität werden innerhalb des IMIS (Integriertes Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität) an 11 bayerischen Seen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

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