Messnetze

Die Untersuchung der Gewässer findet an ausgewählten Messstellen statt. Das Probenahmeteam entnimmt dort Wasser, Schwebstoff oder Sediment und führt biologische Probenahmen durch. An einigen wenigen Messstellen in Bayern ist eine Gewässergütemessstation installiert, die automatisch Proben entnimmt.

Messstellen, die einem gemeinsamen Zweck dienen, werden in Messnetzen zusammengefasst. Die wichtigsten Messnetze in Bayern sind das Überblicksüberwachungsnetz und das Messnetz zur operativen Überwachung. Beide sind in der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verankert, das heißt Ziele und Aufbau sind europaweit einheitlich festgelegt. Darüber hinaus gibt es in Bayern aber auch weitere Messnetze, die eigenen Zwecken dienen. Eine Übersicht über die landesweiten Messnetze finden Sie am Ende dieses Dokumentes, regionale Messnetze sind in den Angeboten der Wasserwirtschaftsämter beschrieben.

Überblicksüberwachung nach WRRL

Ziel ist es, einerseits natürliche Veränderungen, andererseits vom Menschen verursachte Entwicklungen in der Gewässerqualität zu erfassen. Messstellen zur Überwachung natürlicher Veränderungen sind im Referenzstellen-Messnetz zusammengefasst.

Überblicksmessstelle (Messstelle mit großem Einzugsgebiet) an der Wertach. Bild vergrößern Überblicksmessstelle an der Wertach

Bei der Überblicksüberwachung werden vor allem bedeutende Gewässer regelmäßig untersucht. Die WRRL definiert diese Gewässer durch ein Wassereinzugsgebiet von mindestens 2.500 km2 und einen hohen mittleren Abfluss. Es zählen auch Gewässer dazu, die Staats- und Ländergrenzen überschreiten. Die Referenzstellen können hingegen auch an kleineren Gewässern liegen - entscheidend ist hier das Kriterium Gewässerqualität: nur die besten Gewässer eines Gewässertyps sind für das Referenzstellennetz geeignet.

Überblicksmessstelle (Messstelle mit großem Einzugsgebiet) an der Ilz. Bild vergrößern Überblicksmessstelle an der Ilz

Operative Überwachung nach EG WRRL

In der operativen Überwachung werden primär Gewässer untersucht, die wegen verschiedener Beeinträchtigungen den guten Zustand verfehlen werden. Gründe hierfür können sein: strukturelle Veränderungen wie Gewässeraufstau, -begradigung, oder
-befestigung, übermäßiger Nährstoffeintrag, Abwasserbelastung, Schadstoffeinleitung und weitere. Eine erste Auswahl zu untersuchender Gewässer erfolgte bei der Bestandsaufnahme nach EG WRRL im Jahr 2004. Die Untersuchung wird so lange fortgesetzt, bis auch an diesen Gewässern ein guter Zustand erreicht ist. Auch können weitere Gewässer in die Überwachung aufgenommen werden, zum Beispiel wenn Indizien darauf hinweisen, dass eine Verschlechterung eingetreten ist. Ziel der Überwachung ist es Quellen und Ursachen von Belastungen aufzuspüren und die Wirkung von Maßnahmen zu dokumentieren.

Trapezförmiger Bachverlauf mit bis an die Ufer reichende intensive landwirtschaftliche Nutzung. Bild vergrößern Strukturell und landwirtschaftlich beeinträchtigtes Gewässer