Bewertungsverfahren

Ziel der Überwachung der Fließgewässer ist es, den Zustand der Gewässer festzustellen. Dazu müssen biologische und chemische Untersuchungen nach bestimmten Methoden ausgewertet werden. Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gibt Kriterien hierfür vor und gewährleistet damit, dass die Bewertungsergebnisse europaweit vergleichbar sind. Weitere Informationen zum europaweiten Abgleich von Verfahren finden Sie unter dem Stichwort Interkalibrierung.

Die biologische Bewertung der Gewässer erfolgt mit Einführung der WRRL abhängig vom Gewässertyp. Zum Beispiel wird an ein alpines Gewässer ein anderer Maßstab angelegt als an ein Gewässer im fränkischen Karstland. Sie ist damit nicht 1:1 mit früheren Bewertungssystemen wie der Gewässergüteklasse/Saprobie vergleichbar. Die Messlatte für den jeweiligen Gewässertyp orientiert sich am Referenzzustand. Nur Gewässer, die eine geringe Abweichung vom Referenzzustand zeigen, können noch in einem guten Zustand sein. Informationen und eine Karte zu den bayerischen Gewässertypen finden Sie am Ende dieser Seite. Die chemische Bewertung ist unabhängig vom Gewässertyp. Es gelten einheitlich festgesetzte Qualitätsnormen.

Am Gewässergrund lebender Organismus, hier die Larve einer Eintagsfliege (Ecdyonurus). Bild vergrößern Am Gewässergrund lebende Organismen dienen als Indikatoren zur Bewertung des ökologischen Zustands

Der ökologische Zustand eines Gewässers wird in fünf Stufen eingeteilt: sehr gut, gut, mäßig, ungenügend, schlecht. Um einen guten ökologischen Zustand zu erreichen, müssen Tiere und Pflanzen des Gewässers eine gute Bewertung aufweisen, die physikalisch-chemische Charakteristik stimmen und die Konzentrationen spezifischer Schadstoffe unter vorgegebenen Qualitätsnormen liegen. Der chemische Zustand eines Gewässers wird in nur zwei Stufen eingeteilt: gut und schlecht. Kriterium sind EU-weit festgesetzte Qualitätsnormen für eine europaweit einheitliche Stoffliste.

Wenn die Struktur eines Fließgewässers stark verändert ist und eine naturnähere Gestaltung nachteilig für wichtige dauerhafte Nutzungen wäre, kann künftig der Status "erheblich verändert" vergeben werden. Für diese Gewässer gilt statt des guten Zustandes ein reduziertes, an die Nutzung angepasstes Qualitätsziel, das ökologische Potenzial.