Schwemmkegel

Schwemmkegel sind ein charakteristisches Merkmal von Wildbächen.

Durch Sohl- und Seitenerosion im Bachbett selbst, aber auch durch Abtragser­scheinungen an den seitlichen Hängen gelangt Geschiebematerial in den Bach. Dieses wird in den oberen, steileren Abschnitten zu Tal transportiert. Beim Austritt des Wildbaches in die flacheren Talräume wird das Gefälle deutlich kleiner, die Transportkraft des Wildbaches nimmt ab und das Material lagert sich ab.

Seit Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren haben die Wildbäche teils mächtige Schwemmkegel gebildet. Diese waren für den Menschen attraktive Siedlungsräume, da sie dort vor den Hochwassern in den Talräumen sicher waren; der Preis dafür war jedoch, dass der Mensch dort mit den Wildbachgefahren leben musste.

Bei einem natürlichen Schwemmkegel verlegt der Wildbach durch die Ablagerungen immer wieder seinen Lauf. Er bricht aus seinem Bachbett aus und pendelt hin und her. Dadurch entsteht auch die typische Kegelform. Heute sind die Wildbäche in den Siedlungsbereichen auf den Schwemmkegeln meist künstlich ausgebaut. Die natürliche Tendenz zur Ablagerung und zum Ausbrechen ist jedoch nach wie vor gegeben. Auch bei ausgebauten Wildbächen verbleibt damit bei extremen Ereignissen ein gewisses Restrisiko, dass der Wildbach ausbricht und angrenzende Bebauung überschwemmt und übermurt.
Ein Schwemmkegel ist daher als ein "wassersensibler" Bereich anzusehen, bei dem ein potenzielles Restrisiko besteht. Dieses Restrisiko kann jedoch nicht konkret, z.B. mit einer Jährlichkeit, definiert werden.