Muren

Aufgrund der besonderen Charakteristik von Wildbächen (siehe Hochwasser in Wildbächen) und deren Einzugsgebieten können sich Muren ausbilden.

Der Begriff der Mure wird in der Öffentlichkeit häufig falsch verwendet. Oft werden alle möglichen Massenbewegungen als solche bezeichnet. In der Fachsprache bezeichnet man ein niedergehendes Gemisch aus Wasser, groben und feinen Schutt/Schlamm sowie Holz als Mure. Für den Feststoffanteil wird in der Literatur häufig ein Wert von mindestens 30 % angegeben.

Die Entstehung von Muren kann man sich wie folgt vorstellen:
Zunächst baut sich in den Schuttkegeln der Talflanken oder im Bachbett durch Erosion und Ablagerung ein gewisses Potenzial an Feststoffen auf. Auslöser kann auch der Bruch einer Verklausung sein, hinter der sich Material angesammelt hat oder die Mobilisierung von Geschiebematerial durch Uferanbrüche und Rutschungen. Wird eine kritische Kombination von Wasser, Gefälle und Schutt erreicht, kommt es zu Murabgängen. Muren treten in der Regel periodisch auf; die Häufigkeit hängt davon ab, wie rasch das Feststoffpotenzial wieder aufgefüllt wird. Auslösender Faktor ist in den meisten Fällen das Wasser in Form von Niederschlag/Schneeschmelze, Oberflächenabfluss und der Durchsickerung der Schuttkörper.

Muren können sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen, nach Beobachtungen bis zu
50 km pro Stunde. Dabei entwickeln sich erhebliche Kräfte, die zu großen Schäden an Gebäuden und sonstigen Einrichtungen der Infrastruktur führen können.