Fluss- und Seenvermessung

Unsere Gewässer unterliegen natürlichen und künstlichen Gestaltungsvorgängen für deren Dokumentation und Beurteilung eine Vermessung unerlässlich ist.

Flussvermessung

Die langfristig ablaufenden Umgestaltungen werden nur durch besondere Ereignisse (Hochwasser) oder künstliche Maßnahmen unterbrochen. Zur Erfassung dieser Änderungen sind turnusmäßige Vermessungen erforderlich. Für die Dokumentation dieser Veränderungen wird die seit Jahrzehnten bewährte Methode der Querprofilaufnahme verwendet. Die Fließgewässer werden entlang einer Flussachse in regelmäßigen Abständen kilometriert. Diese Kilometrierung beginnt bei der Mündung in den Vorfluter und steigt zur Quelle; die Messung erfolgt entlang der Flussachse.

Diese Einteilung wird an den Gewässern vermarkt und ermöglicht eine Datenerhebung immer an der gleichen Position im Gewässerabschnitt. Sie dient der Orientierung im Gelände für den Gewässerunterhalt. Das Merkblatt "Flussausstattung, Flussaufnahmen und deren Dokumentation" definiert die Grundlagen der Flussausstattung und die Dokumentation der Daten.

Viele farbige Profillinien für unterschiedliche Aufnahmen in einem Gitternetzraster. Darstellung mehrerer Aufnahmeepochen an der Isar

Der Vergleich der einzelnen Aufnahmeepochen zueinander lässt Rückschlüsse auf die Umgestaltungsvorgänge zu.

Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für Gutachten und Berechnungen an den Gewässern. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf das Verhalten der Sohle und der Uferbereiche gelegt. Methoden der Vermessung:

  • Nivellement mit Peilleine und Stangenpeilung
  • Tachymetrische Aufnahme
  • Echolotaufnahme mit tachymetrischer Positionsbestimmung
  • Echolotaufnahme mit satellitengestützter Positionsbestimmung

Seenvermessung

Wie die Fließgewässer unterliegen auch die Seen Gestaltungsvorgängen, hier finden die größten Umgestaltungen in den Mündungsbereichen von Fließgewässern statt (Deltabildung).

Karte des Chiemseedeltas mit dem eingezeichneten Verlauf der Uferlininen von 1810 bis 1994. Bild vergrößern Deltaentwicklung der Tiroler Achen im Chiemsee

Die stetig abnehmende Fließgeschwindigkeit führt zu Ablagerungen von Geschiebe und Schwebstoff in den Seebecken. Aber nicht nur die soeben erwähnten Faktoren, sondern auch Biomasse, die durch Bewuchs entsteht, führt zur Verlandung der Seen. Die flächenhafte Ausdehnung und die großen Tiefen schränken hier die wirtschaftlichen Messmethoden beachtlich ein. Bei den Seen werden die Vermessungsdaten nicht wie bei den Fließgewässern einer Kilometrierung zugeordnet, sondern in einem Koordinatensystem georeferenziert und jedem Messpunkt die Tiefe bzw. die Höhe im jeweiligen Höhensystem zugeordnet.

Der Ammersee in der Digitalen, perspektivischen Darstellung mit Zufluss (Ammer) und Abfluss (Amper). Bild vergrößern Perspektivische Darstellung eines Digitalen Geländemodells (DGM) des Ammersees mit einer 10fachen Überhöhung

Aus diesen Daten entstehen dann digitale Geländemodelle und es werden Höhen- bzw. Tiefenlinienkarten abgeleitet. Aus diesen Modellen können neben dem Inhaltsvolumen auch die Tiefen und die Seefläche ermittelt werden. Das Volumen hat eine besondere Bedeutung bei der Bewirtschaftung von Hochwasserrückhaltebecken und Stauseen zur Energiegewinnung.

Methoden der Vermessung:

  • Punktlotungen (heute keine Bedeutung mehr)
  • Echolotaufnahme mit tachymetrischer Positionsbestimmung
  • Echolotaufnahme mit satellitengestützter Positionsbestimmung