Membranbelebungsanlage Monheim

Projekttitel

Membranbelebungsanlage Monheim

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Im Rahmen des Pilotprojekts Membranbelebungsanlage Monheim wurde mit Zuwendungen des Freistaates Bayern eine neue, innovative Kläranlage mit dem sogenannten Membranbelebungsverfahren (Membranbelebungsanlage) errichtet.
Ziel des Vorhabens ist es die Eignung der neuen Technologie für den Einsatz in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten (z.B. Karstgebieten) zu untersuchen und für die Praxis weiter zu entwickeln.
Zu diesem Zweck wird ein begleitendes, wissenschaftliches Untersuchungsprogramm durchgeführt. Die Kläranlage ging 2003 in Betrieb und war zu diesem Zeitpunkt die größte Membranbelebungsanlage in Deutschland und eine der ersten Anlagen dieser Art in Europa überhaupt.

Projektbeteiligte

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Stadt Monheim, Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt, Ing. Büro ATM, Ing. Büro Dr. Resch.

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)

Laufzeit

Teil 1: April 2000 bis Dezember 2004
Teil 2: Mai 2006 bis Dezember 2008

Weitere Informationen zur Membranbelebungsanlage Monheim

Aufgrund der angewandten neuartigen Verfahren wurde die Stadt Monheim als Betreiber der Kläranlage vom Freistaat Bayern durch eine Förderung der Baukosten mit 85% unterstützt. Weiterhin wurde das Projekt unter Leitung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung ist langfristig angelegt und läuft bis Ende 2008. Die Membranbelebungsanlage wurde für einen maximalen Zufluss von 80 l/s bzw. einer Ausbaugröße von 9.700 Einwohnerwerten ausgelegt. Die Investitionskosten inkl. Nebenkosten für die Membranbelebungsanlage betragen rund 7,5 Mio €.

Blick in die Filtrationskammer mit den Membranen - dem Herzstück einer Membranbelebungsanlage. Bild vergrößern Membranen nach einem Jahr im Einsatz

Gegenüber herkömmlichen Kläranlagen ergeben sich vor allem folgende Vorteile

  • Rückhalt von Krankheitserregenden Keimen durch die Membranbelebungsanlage
    Der Ablauf Kläranlage unterschreitet die Anforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie deutlich und hat somit Badegewässerqualität.
  • Aufgrund der weitgehenden Elimination von Krankheitserregern ergeben sich Einsatzmöglichkeiten bei der Sicherung von Badegewässern, Trinkwasserversorgungen und, wenn auch in Bayern von untergeordneter Bedeutung, zur Bewässerung.
  • Durch den nahezu vollständigen Rückhalt von Mikroorganismen kann die potenzielle Gefährdung durch Übertragung von Antibiotikaresistenzen auf außerhalb der Kläranlage vorkommenden Mikroorganismen reduziert werden.
  • Der Ablauf der Membranbelebungsanlage ist nahezu feststofffrei. Dies gilt als technische Voraussetzung um z.B. endokrine Substanzen eliminieren zu können.
  • Die bisherige Regellösung für die Abwasserentsorgung in Karstgebieten sieht eine Ableitung in ein aufnahmefähiges Fließgewässer vor. Bei wasserwirtschaftlich geeigneten Randbedingungen kann die Abwasserbehandlung durch eine Membranbelebungsanlage eine wirtschaftlichere Alternative sein.

Veröffentlichungen

Im Rahmen des Pilotprojektes Gailachtal wurden von den Projektbeteiligten verschiedene Veröffentlichungen erstellt:

  • Pilotprojekt Abwasserentsorgung mit Membrantechnik im Gailachtal
    Schleypen Peter, Moos Stefanie
    Aachener Tagung Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik, Aachen 2001, Beitrag A4
  • Betriebsergebnisse der Kläranlage Monheim und Auswirkungen der Reinigungsleistungen auf das Gewässer
    Wedi Detlef, Kexel Stephanie, Resch Helmut
    5. Aachener Tagung Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik, Aachen 2003, Beitrag A6
  • Entkeimung von Kläranlagenabläufen mit dem Membranbelebungsverfahren - Pilotprojekt Monheim
    Resch, H. Wedi, D.
    Stuttgarter Berichte zur Siedlungswasserwirtschaft, Band 174 (2003) S. 79-90
  • Erste Betriebserfahrungen mit der Membranbelebungsanlage Monheim
    Wedi Detlef, Bleisteiner Stefan, Wild Wolfgang
    WLB "Wasser Luft Boden" 7-8/2004
  • Membranbelebung auf der Kläranlage Monheim – Leistung, Aufwand, Perspektiven
    Schleypen Peter, Hruschka Herbert
    Berichte aus Wassergüte- und Abfallwirtschaft, Technische Universität München, München 2004, Nr. 180
  • Planung und Bau einer Membranbelebungsanlage
    Resch, H.
    gwf Wasser-Abwasser 145 (2004) Heft 9, S. 622-626
  • Betriebsergebnisse der MBR Monheim – Abwasserreinigung und Erhalt der Permeabilitäten mittels chlorfreier chemischer Reinigung
    Wedi Detlef, Wild Wolfgang, Resch Helmut
    6. Aachener Tagung Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik, Aachen 2005, Beitrag A9
  • Bau- und Betriebserfahrungen der Membranbelebungsanlage Monheim
    Resch, H.
    20. Karlsruher Flockungstage 2006, Verlag Siedlungswasserwirtschaft Karlsruhe Schriftenreihe SWW, Band 123 (2006), S. 135-151
  • Erfahrungen aus dem Bau und Betrieb der Membranbelebungsanlage Monheim
    Resch, H.
    VSA/Swissmem-Tagung, Emmenbrücke/Schweiz, Mai 2006
  • Membranbelebungsanlage Monheim
    Erfahrungen über Betrieb, Leistungsfähigkeit und Auswirkungen auf das Gewässer
    Stefan Bleisteiner, Stephanie Kexel, Detlef Wedi
    GWF Wasser Abwasser 147 (2006) Nr,. 7-8