Kommunale Anlagen

Nahezu alle kommunalen Kläranlagen sind nach den gesetzlich vorgeschriebenen Regeln der Technik als biologische Kläranlagen gebaut.

Dabei gibt es kein Kläranlagensystem, das als Patentrezept angesehen werden kann. Je nach Abwasserzusammensetzung und Abwassermenge kommen sowohl natürliche Reinigungsverfahren als auch technische Kläranlagensysteme zum Einsatz. Die Palette umfasst dabei

  • naturnahe Verfahren
    • Abwasserteiche (belüftet/unbelüftet),
    • Pflanzenbeete bzw. Pflanzenkläranlagen (horizontal/vertikal durchströmt)
  • technische Anlagen
    • Belebungsanlagen
    • Biofilmanlagen (Tropfkörper, getauchtes Festbett, Rotationstauchkörper, Wirbelbett)

Bei Kläranlagen mit weitergehender Reinigung, d.h. gezielter Nährstoffelimination (Stickstoff- und Phosphorreduzierung) werden überwiegend Belebungsanlagen eingesetzt. Dabei unterscheidet man nochmals Sonderformen (wobei das Funktionsprinzip grundsätzlich gleich bleibt) wie

  • Belebungsanlagen mit/ohne Schlammstabilisierung
  • SBR-Anlagen (Sequencing-Batch-Reactor; Reinigungsprozess findet im Prinzip in einem Behälter statt).

Außerdem gibt es noch Kombinationen verschiedener Anlagentypen.

Neben dem gereinigten Abwasser, das wieder dem Wasserkreislauf zugeführt wird, fällt als Abfallprodukt der Klärschlamm an.

Möglich ist eine optimale Abwasserreinigung nur mit modernen Klärverfahren und vor allem mit ausreichend vorhandenem und geschultem Personal. Durch die Ausbildung zum Entsorger durch die Bayerische Verwaltungsschule und die sog. Klärwerksnachbarschaften der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.) erhalten die Klärwärter von heute vielfältige Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung. Eine dauerhafte Reinigungsleistung ist nur mit engagiertem Klärwerkspersonal möglich. Der Klärwärter von heute muss eine Mischung aus Elektriker, Installateur, Biologe, Chemiker und Computerspezialist sein (s.a. ATV-Merkblatt M 271 "Personalbedarf für den Betrieb kommunaler Kläranlagen").