Vorgehensweise bei der Modellierung

Bei der Modellierung wurden im Wesentlichen folgende Arzneimittel berücksichtigt:

  • Carbamazepin (Antiepileptikum)
  • Diclofenac (Analgetikum)
  • Metoprolol (Betarezeptorenblocker)
  • Sotalol (Betarezeptorenblocker)
  • Clarithromycin (Antibiotikum)
  • Sulfamethoxazol (Antibiotikum)
  • Erythromycin (Antibiotikum)
  • Amidotrizoesäure (Röntgenkontrastmittel)
  • 17alpha-Ethinylestradiol (synthetisches Estrogen)
  • Fluoxetin/Metabolit Norfluoxetin (Psychopharmakum)
  • N-Acetylaminoantipyrin (Metabolit des Analgetikums Metamizol)

Die Grundlage zur Simulation des bayerischen Fließgewässernetzes bildet das Digitale Landschaftsmodell 1:250.000 (DLM250). Das bayerische Gewässernetz wurde in die bayerische Teileinzugsgebiete Donau, Main, Bodensee und Elbe aufgeteilt, die später unabhängig voneinander simuliert werden konnten. Die Einleitungsstellen der rund 2.700 bayerischen Kläranlagen wurden geografisch zugeordnet.

Der Frachteintrag für eine bestimmte Substanz durch eine Kläranlage wurde aus folgenden Parametern abgeschätzt:

  • angeschlossene Einwohner einer Kläranlage,
  • Verkaufs- und Verbrauchsmengen (Abschätzung des Pro Kopf Verbrauchs)
  • Abbauverhalten im Körper
  • Eliminationsverhalten in der Kläranlage

Auf der Basis der ermittelten Eintragsfrachten und der Flussgebietsdaten wurden für die ausgewählten Projektsubstanzen Modellsimulationen unter der Annahme von mittlerem Abfluss bzw. Niedrigwasserabfluss und ggf. einer Abbaurate im Gewässer in allen bayerischen Einzugsgebieten durchgeführt.

Zur Plausbilitätsprüfung wurde ein ausführlicher Vergleich der Simulationsergebnisse mit Messwerten durchgeführt, die vom LfU in den beiden großen Einzugsgebieten Main und Donau zu zwei verschiedenen Zeitpunkten (Juli/August 2010, Oktober 2010) erhoben wurden. Der Vergleich zeigte, dass die simulierten Konzentrationen grundsätzlich plausibel sind und das Modell die Ergebnisse mit ausreichender Genauigkeit wiedergeben kann.