Nitrat im Grundwasser

Die Entwicklung im Bewertungszeitraum zeigt keine signifikanten Änderungen. Geringe Unterschiede zwischen Einzeljahren können auch eine Folge der jeweiligen Witterungsverhältnisse sein.

Grafik zur Entwicklung der Belastung des Grundwassers mit Nitrat Bild vergrössern Grafik zur Entwicklung der Nitrat-Belastung in Bayern seit 2008

Ziel

EG-Wasserrahmenrichtlinie: Eine weitergehende Reduzierung des Nitratgehalts im Grundwasser und ein guter chemischer Zustand aller Grundwasserkörper.

Noch keine Trendumkehr bei Nitrat

Das Grundwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs und für die Trinkwassergewinnung von großer Bedeutung. Es verlässt den Untergrund nach verschieden langer Aufenthaltszeit und speist dann Bäche, Flüsse und Seen. Stoffliche Veränderungen des Grundwassers haben daher auch Einfluss auf den Stoffhaushalt oberirdischer Gewässer.

Auch über den Luftpfad können Nähr- und Schadstoffe in das Grundwasser gelangen. Sie stammen u. a. aus dem Kraftfahrzeugverkehr und industriellen und häuslichen Verbrennungsanlagen. Deutschlandweit kommen schätzungsweise die Hälfte des Stickstoffs und mehr als die Hälfte des Phosphors in den Gewässern aus der Landwirtschaft. Auch bei guter Düngepraxis sind Austräge aus landwirtschaftlich genutzten Böden unvermeidbar. Sie müssen aber auf ein verträgliches Maß begrenzt werden. Für das Grundwasser ist der Austrag von Nitrat besonders bedeutsam. Die Nitratgehalte des Grundwassers bei verbreiteter ackerbaulicher Bodennutzung sind deutlich höher als in Gebieten ohne derartige Nutzung.

Erhöhte Nitratgehalte können der menschlichen Gesundheit schaden: Nitrat kann im Organismus unter anderem zu Nitrit umgewandelt werden, das den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) bei der Übertragung von Sauerstoff hemmt. Europaweit wurde ein Grund- und Trinkwassergrenzwert von 50 Milligramm pro Liter festgesetzt. Überschreitungen dieses Grenzwertes stagnieren und betreffen aktuell 5,6 Prozent der langjährig beobachteten Messstellen. Nitratgehalte unter 25 Milligramm pro Liter zeigen an, dass nur ein mäßiger anthropogener Einfluss vorliegt. Dieser Wert wird bei circa 29 Prozent der Messstellen überschritten, eine Besserung ist nicht erkennbar.

Verwandte Indikatoren im Set: