Waldzustand

Im Bewertungszeitraum zeigt sich kein positiver Trend mehr: der Kronenzustand hat sich in den letzten 10 Jahren nicht verbessert. Als Reaktion auf den Hitzesommer 2015 liegt mit einem Anteil von 32 Prozent deutlich geschädigter Waldbäume das Schadensniveau weiterhin auf einem hohen Niveau.

Grafik zur Entwicklung des Anteils der Bäume der Schadklassen 2 bis 4 Bild vergrössern Grafik zur Entwicklung des Kronenzustands der Waldbäume in Bayern seit 1991

Ziel

Bayerisches Waldgesetz: Dauerhafte Sicherung und Stärkung der Schutzfähigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Waldes.

Keine Entwarnung für den Wald – der Kronenzustand der Bäume spiegelt Stressfaktoren wider

Dank der Erfolge bei der Luftreinhaltung sind die Schwefeleinträge deutlich zurückgegangen. Der anhaltend hohe Eintrag von Stickstoffverbindungen trägt jedoch weiterhin zur Versauerung und Eutrophierung der Waldböden bei. Zunehmend häufiger setzen klimatische Extremereignisse wie die Winterstürme 1990, die extreme Trockenheit der Sommermonate 2003 und 2015 sowie Massenvermehrungen von Schadinsekten den Bäumen zu. Eine sichtbare Verbesserung des Kronenzustands ist in den beiden letzten Jahrzehnten nicht eingetreten.

Die Anpassung der Wälder an den Klimawandel stellt eine besondere Herausforderung für die Forstwirtschaft dar. Häufigste Baumart in Bayerns Wäldern ist nach wie vor die Fichte. Dieser Nadelbaum kommt mit den zu erwartenden steigenden Temperaturen und längeren Trockenperioden im Sommer vergleichsweise schlecht zurecht. Deswegen sollen bis zum Jahr 2020 allein in den Privat- und Körperschaftswäldern 100.000 Hektar Nadelholz-Reinbestände in klimatolerante Mischwälder umgebaut werden.

Der Kronenzustand der Waldbäume ist ein wichtiger integrierender Indikator für Vitalität und Leistungsfähigkeit des Ökosystems Wald. In ihm spiegeln sich die Auswirkungen vielfältiger Stressfaktoren wider, die auf den Wald einwirken. Vom Kronenzustand allein lässt sich jedoch nicht auf die Ursachen der Veränderungen schließen. Der Kronenzustand wird jährlich von Forstexperten erhoben.

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