Säure- und Stickstoffeintrag

Säureeinträge haben sich seit 1990 etwa halbiert, der Zehn-Jahres-Trend zeigt signifikant abnehmende Einträge. Stickstoffeinträge gehen dagegen nicht mehr zurück, der Zehn-Jahres-Trend ist indifferent. Gemessen an den kritischen Belastungsgrenzen sind die Gesamteinträge vielerorts nach wie vor zu hoch.

Grafik zeigt die Entwicklung des Eintrags an Stickstoff und Säure in Offenland Ökosystemen Bild vergrössern Grafik zur Entwicklung des atmosphärischen Säure- und Stickstoffeintrags in Bayern seit 1995

Ziel

Weitere Abnahme der Einträge bis hin zur Unterschreitung der kritischen Belastungsgrenzen.

Hohe Nährstoff- und Säureeinträge aus der Luft bringen Ökosysteme aus dem Gleichgewicht

Auf etwa 1,4 Prozent der Gesamtfläche Bayerns finden wir besonders schützenswerte Biotope des waldfreien und nicht kultivierten Offenlands. Hierzu gehören Heiden und Sträucher, Moore und Sümpfe sowie natürliches Grasland wie Borstgras- und Magerrasen. Der Eintrag von versauernd und eutrophierend wirkenden Stoffen über den Luftweg ist hier ein wichtiger Belastungspfad. Zu viel Säure und Stickstoff, die auch aus weit entfernten Emissionsquellen stammen können, gefährden die charakteristische Artenvielfalt dieser meist nährstoffarmen Biotope. Werden kritische Eintragsraten überschritten, können sich z.B. nitrophile Arten ausbreiten und seltene Arten verdrängen. Mit dem Regen und der trockenen Deposition von Stäuben gelangen Ammonium, Nitrat und Sulfat in die Böden. Ammonium stammt zu über 90 Prozent aus der Landwirtschaft, z. B. aus Intensiv-Tierhaltung und Gülleausbringung. Vorläufersubstanzen von Sulfat und Nitrat sind Schwefel- und Stickstoffoxide. Sie werden bei der Verbrennung fossiler Energieträger in Haushalten, Industrie und Verkehr freigesetzt.

Auch Waldökosysteme werden langfristig geschädigt. Die Freiflächen im Wald sind von etwa genau so viel Stoffeinträgen betroffen wie das Offenland, im Wald selbst werden wegen der Filterwirkung der Baumkronen jedoch deutlich mehr Schadstoffe abgelagert. Der Wald hat einen Anteil von 36 Prozent an der Landesfläche.

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