Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Schadstoffe im Wasser - Wirkungen

Fragen

Trotz intensiver Abwasserreinigung gelangt eine Vielzahl von Schadstoffen und Umweltchemikalien in geringen Konzentrationen in die Gewässer. Auch durch oberflächlichen Abfluss von Wegen, Wiesen und Äckern werden Stoffe in Gewässer gespült. Wir untersuchen daher an ausgewählten Wasserorganismen,

  • ob sich in ihnen Schadstoffe anreichern,
  • ob und wie sie geschädigt werden.

Damit erfassen wir auch sehr geringe Belastungen und erforschen, welche Umweltchemikalien in Gewässer vorkommen, welche problematisch sind und woher sie kommen.

Untersuchungsmethoden

An rund 80 Stellen untersuchen wir regelmäßig, ob Fische oder Muscheln anorganische Schadstoffe, z. B. Schwermetalle, oder organische Schadstoffe, z. B. polychlorierte Biphenyle, aufgenommen haben. Anhand von Wirkungsuntersuchungen können wir die Schädlichkeit von Umweltchemikalien abschätzen.

Aktives Biomonitoring, Beispiel: homonelle Wirkungen

Zahlreiche Umweltchemikalien stehen im Verdacht, in das Hormonsystem von Mensch und Tier einzugreifen. Um diesem Verdacht nachzugehen, setzen wir Karpfen und Regenbogenforellen in Gewässern und unterhalb von Kläranlagen ein (aktives Biomonitoring/Wirkungsmonitoring). An den Fischen können bei entsprechender Belastung hormonelle Wirkungen ermittelt werden.

Aktives Biomonitoring, Beispiel Muscheln

Dreikantmuscheln Bild vergrössern Dreikantmuscheln

Eigens herangezogene, unbelastete Muscheln setzen wir mit Netzkäfigen in Gewässer ein. Nach sechs Monaten untersuchen wir, ob sie Schadstoffe angereichert haben. Über die Art der Belastung lassen sich gezielt Eintragsquellen identifizieren.

Passives Biomonitoring, Beispiel Fische

Foto einer Barbe Bild vergrössern Barbe

Fische nehmen Spuren- und Schadstoffe auf. Einmal jährlich fangen wir Fische (im Bild eine Barbe) und untersuchen deren Muskulatur, Leber und Milz auf Schadstoffe und erhalten so ein Abbild der Gewässerbelastung.

Beispiel: Belastung von Fischen mit PCB

Karte mit vereinfachter Darstellung des Fließgewässersystems. An 47 Stellen ist dargestellt, ob Fische gering oder mäßig mit PCB belastet sind. Geringe Belastung bedeutet, dass die Konzentration bei Nicht-Aalen pro Kilogramm Frischgewicht weniger als 20 Mikrogramm und bei Aalen weniger als 200 Mikrogramm beträgt. Mäßige Belastung bedeutet 20 bis 80 Mikrogramm bei Nicht-Aalen und 200 bis 600 Mikrogramm bei Aalen. An 16 Stellen sind Fische mäßig, an 31 gering belastet. Schwerpunkte mäßiger Belastung befinden sich am unteren Main und in der Donau oberhalb von Regensburg Bild vergrössern PCB-Belastungen

Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden früher z. B. in Kondensatoren und als Weichmacher in Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet. Sie sind giftig. Ihre Verwendung ist seit 1989 verboten. Dennoch sind in einigen Flussabschnitten Bayerns noch immer Fische mit PCB belastet.