Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Natur - unter Beobachtung

Fragen

Die biologische Vielfalt in Bayern ist sehr groß. Über 30.000 Tier- und mehr als 2.500 Farn- und Blütenpflanzen sind hier heimisch. Viele Arten und Lebensräume sind jedoch gefährdet. Mit derzeit neun Monitoring-Programmen gehen wir daher den Fragen nach,

  • wie sich gefährdete Lebensräume und bedrohte Arten entwickeln,
  • wie gut der Zustand von Schutzgebieten ist und
  • ob Schutzmaßnahmen greifen.

Die Monitoring-Programme sind auf die bayerische Natur und Landschaft zugeschnitten, erfüllen aber auch die Anforderungen internationaler Vorschriften zum Arten- und Biotopschutz wie die von der Europäischen Union erlassene Vogelschutzrichtlinie, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und Wasserrahmenrichtlinie. Beim Monitoring von Arten, z.B. Vögeln, unterstützen uns mehrere Hundert ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger.

Allein für das Monitoring nach den Vorgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union untersuchen wir über 100 Tier und Pflanzenarten sowie 58 Lebensraumtypen von der Kalktuffquelle bis zur artenreichen Flachland Mähwiese.

Monitoring Tiere, Beispiel Fische

Mehrere Mitarbeiter beim Elektro-Fischen. Sie stehen bis über die Knie in einem Gewässer und sammeln mit Keschern betäubte Fische ein. Bild vergrössern Einsammeln von Fischen mit Keschern

Fische werden mit Hilfe der schonenden Elektro-Fischerei betäubt und gefangen, nach Art, Anzahl und Länge erfasst und anschließend wieder in das Wasser zurück gesetzt. Damit erhält man Aussagen über einzelne Arten, Lebensgemeinschaften und den ökologischen Zustand der Gewässer.

Monitoring Lebensräume

von weißen, gelben und lila Blüten geprägte Flachland-Mähwiese Bild vergrössern Flachland-Mähwiese

Zu den schutzwürdigen Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gehören unter anderem artenreiche "Flachland-Mähwiesen". Das Monitoring dient dazu, festzustellen, ob sich diese in einem "günstigen Erhaltungszustand" befinden oder nicht.

Beispiel: Rote-Liste-Arten

Säulendiagramm, das in Prozent die Entwicklung des Anteils gefährdeter Arten in Bayern zeigt. Die Säule für 1979 bis 1979 liegt bei 41 Prozent, die Säule für 1980 bis 1989 bei über 50 Prozent, die Säule für 1990 bis 2003 bei 62 Prozent Bild vergrössern Diagramm zu gefährdeten Arten

In den Roten Listen werden die gefährdeten Arten in Bayern aufgeführt. Die Roten Listen sind Alarmsignale: Seit 1970 ist der Anteil gefährdeter Arten von rund 41 auf 62 Prozent gestiegen. Naturschutz-Maßnahmen, z. B. Artenhilfsprogramme, konnten die Bestandssituation bei einer ganzen Reihe gefährdeter Arten verbessern. Die Roten Listen werden alle 10 bis 15 Jahre aktualisiert.

Daten

Weiterführende Informationen

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