Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Luft - unter Beobachtung

Fragen

An den über 50 Stationen des "Lufthygienischen Landesüberwachungssystems Bayern" (LÜB) überwachen wir bayernweit die Luftqualität und messen, ob und wie stark die Luft mit Schadstoffen belastet ist. Erfasst werden Feinstaub, Stickstoffoxide, Ozon, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoffe und Schwefelwasserstoff. Anhand der Daten und mit Hilfe von Ausbreitungs- und Prognosemodellen treffen wir Aussagen darüber,

  • ob Grenzwerte überschritten sind und ob Warnhinweise an die Bevölkerung herausgegeben werden müssen,
  • ob längerfristige Maßnahmen zu Luftreinhaltung nötig sind,
  • wie sich die Schadstoffsituation in den nächsten beiden Tagen entwickelt,
  • ob Maßnahmen zur Luftreinhaltung wirken.

Feinstaub analysieren wir im Labor auf Inhaltsstoffe, um Schadstoffkonzentrationen zu überwachen und Hinweise auf die Feinstaubquellen zu erhalten.

Wo wir messen. Wie wir messen.

Die über 50 fest installierten LÜB-Stationen liegen straßennah in Innenstädten, in Stadtrandzonen und Industriegebieten sowie in ländlichen Gebieten. Luftmessfahrzeuge und mobile Stationen liefern zusätzliche Daten.

Ansaugleitungen auf dem Dach einer Messstation Bild vergrössern Ansaugleitungen auf dem Dach einer Messstation

Über Ansaugleitungen auf dem Dach der Messstationen wird kontinuierlich Umgebungsluft angesaugt. Im Innern der Station bestimmen automatisch arbeitende Analysegeräte die Schadstoffgehalte.

Beispiel: Schwefeldioxid

Grafik: Schwefelwerte an der Luftmessstation in Neustadt an der Donau, Ortsteil Eining, von 1979 bis 2007. Zwischen 1979 und 1987 treten jedes Jahr maximale Monatsmittelwerte von über 50, teilweise von über 75 Mikrogramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter Luft auf. Zwischen 1988 und 1997 liegen in der Regel alle Monatsmittelwerte deutlich und immer weiter unter 25 Mikrogramm pro Kubikmeter. Seit 1998 liegen sie nur noch knapp über der Nulllinie. Bild vergrössern Abfallende Linien zeigen den Erfolg langjähriger Maßnahmen zur Luftreinhaltung

Die abfallenden Linien zeigen den Erfolg langjähriger Maßnahmen zur Luftreinhaltung. Seit den 1980er-Jahren ist die Schwefeldioxidbelastung der Luft erheblich zurückgegangen, weil Kraftwerke und Industrieanlagen mit Abgas-Entschwefelungsanlagen nachgerüstet und Kraftstoffe entschwefelt wurden. Bei anderen Luftschadstoffen sind aber noch große Anstrengungen nötig. So werden die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid an stark verkehrbelasteten Stellen noch häufig überschritten.

Daten