Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Boden - unter Beobachtung

Fragen

Durch Verschmutzung und nicht angepasste Nutzung können Böden nachteilig beeinflusst werden und so Mensch und Umwelt gefährden. Mit der Boden-Dauerbeobachtung erhalten wir Antworten auf die Fragen,

  • wie sich Bodeneigenschaften und Bodenbelastungen auf natürlichem Wege verändern,
  • welche Umweltbelastungen unsere Böden gefährden und welche negativen Auswirkungen damit verbunden sind.

Untersuchungsmethoden

Blick auf die Wand einer Bodengrube: das Bodenprofil, ist sichtbar Bild vergrössern Bodenprofil

Seit 1986 werden an 60 Boden-Dauerbeobachtungsflächen der Bodenaufbau und die Standorteigenschaften beschrieben sowie die Böden auf ihre Gehalte an (Schad-) Stoffen untersucht, unter anderem auf organische Schadstoffe (z. B. Dioxine) und anorganische (z.B. Schwermetalle wie Blei und Radionuklide wie Cäsium 137). Anhand von Veränderungen der Gehalte können wir Risiken für Mensch und Umwelt erkennen.

Die Boden-Dauerbeobachtungsflächen sind 50 mal 50 Meter groß. Anhand eines Bodenprofils wird der Bodentyp bestimmt.

Blick in das Bodenprobenarchiv: Regale mit Plastikgefäßen, die Bodenproben enthalten Bild vergrössern Das Bodenprobenarchiv des LfU umfasst etwa 60.000 Proben

Bodenproben werden bis in etwa ein Meter Tiefe entnommen (links), im Labor untersucht und anschließend bei -18 °C im Probenarchiv (rechts) langfristig gelagert.

Beispiel Cäsium

Säulendiagramm, das für die Jahre 1990 und 2003 die durch Cäsium 137 verursachte Radioaktivität in der Bodenauflage, in null bis 10 Zentimetern Tiefe und in 10 bis 30 Zentimetern Tiefe zeigt. In der Auflage lag sie 1990 bei 11.500 Bequerel pro Quadratmeter, 2003 bei 5.900. Die Werte für Null bis 10 Zentimeter Tiefe: 1990 8.200 Bequerel pro Quadratmeter, 2003 3.900. Die Werte für 10 bis 30 Zentimeter Tiefe: 1990 1.100 Bequerel pro Quadratmeter, 2003 höher als 1990: 1.500 Bild vergrössern Säulendiagramm zum Cäsiumwerten

Die dauerhafte Beobachtung der Böden zeigt: Die durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (1986) verursachte Belastung durch radioaktives Cäsium 137 ist in den oberen Bodenschichten deutlich zurückgegangen, zum Teil wurde sie in tiefere Schichten verlagert. Dennoch können in einzelnen Gebieten Bayerns Pilze und Wildfleisch stark mit Cäsium 137 angereichert sein.

Daten

Weiterführende Informationen

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