Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Auswirkungen des Klimawandels

Klimaänderungen wirken in vielfältiger Weise auf die Umwelt.

In der unbelebten Umwelt gibt es zum Beispiel Veränderungen bei den Lufttemperaturen, die sich auch auf die Boden- und Wassertemperaturen auswirken, und bei den Niederschlägen, was wiederum zu Dürren und Hochwasser führen kann.

Von erheblichem Interesse sind die Wirkungen auf die belebte Umwelt. Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Arten und auf das Artenspektrum aus, wie auf die Ökosysteme? Dies untersucht das LfU mit Hilfe von Flechtenkartierungen, Auswertungen von Phänologiedaten und über Auswertungen von Verbreitungsdaten.

Auswirkung auf die belebte Natur in Bayern – Flechtenkartierung

Flechten reagieren besonders sensibel auf den Klimawandel, weil sie wechselfeuchte Organismen sind.
Das heißt, ihr Wachstum hängt direkt von der relativen Feuchte und der Temperatur der Umgebungsluft ab.
Klimaänderungen führen dadurch zu Veränderungen im Artenspektrum von Flechtengemeinschaften.

Foto der Schwefelflechte Bild vergrössern Schwefelflechte

Um langfristig die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation in Bayern zu untersuchen, wurde 2010/11 an 25 Stellen in verschiedenen Naturräumen, Klimaregionen und Landesteilen Bayerns das Wachstum von Flechten und Verschiebungen im Artenspektrum der Flechten dokumentiert und mit Ergebnissen von 1996 verglichen (siehe Dokument "Flechten als Bioindikatoren der Luftgüte in Bayern 1996").

Nachgewiesen werden konnten deutliche Zusammenhänge zwischen Temperatur und Luftfeuchte mit dem Vorkommen bestimmter Flechtenarten. Während im Jahr 1996 nur vier "Wärmezeigerarten" in Bayern vorgefunden wurden, waren es im Jahr 2011 schon elf, darunter die Krausblättrige Punktflechte (Punctelia jeckeri). Messflächen in Unterfranken und dem Bodenseegebiet, die unterhalb einer Höhenlage von 300 Metern liegen, zeigten dabei die größten Zunahmen (Vergleiche Pressemitteilung LfU 24/12).

Der Forschungsbericht zur Flechtenkartierung des LfU steht kostenlos zum Download bereit:

Pflanzenphänologie und Klimawandel in Bayern

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) registriert seit 1951 jährlich die Zeitpunkte charakteristischer Entwicklungsstadien von Pflanzen. Diese Daten werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern in ganz Deutschland gewonnen. Sie beobachten und notieren während der gesamten Vegetationsperiode an ihren Heimatstandorten die Eintrittstermine verschiedener Entwicklungsphasen. Die gewonnenen Daten stehen in enger Beziehung zur Witterung und zum Klima. Die vom DWD zur Verfügung gestellte sehr große Datenmenge für Bayern wurde in eine Datenbank überführt. Nach Prüfung auf definierte Eignungskriterien wurden Standorte für eine Auswertung ausgewählt. Die statistischen Auswertungen der Zeitreihen hatten zum Ziel, zunächst Aussagen zu treffen, über die zeitliche Verschiebung des Blühbeginns der Haselnuss als Zeiger für den Beginn des Vorfrühlings.

Folgende Fragen sollten im Einzelnen beantwortet werden: Haben sich die Eintrittstermine der Haselnussblüte an den unterschiedlichen Standorten in Bayern in den letzten Jahrzehnten bis heute vorverlagert? Ist ein signifikanter Trend zur zunehmenden Verfrühung zu erkennen? Gibt es einen Zeitraum, ab dem sich eine Verfrühung beschleunigt? Beeinflusst die Lage der Standorte, insbesondere die Höhe, die zeitliche Verschiebung?

Die jahreszeitliche Entwicklung der Tiere und Pflanzen mit ihren typischen Erscheinungsbildern, die alljährlich wiederkehren, werden vom Klimawandel beeinflusst. Die Ergebnisse der Datenauswertung zeigen, dass Pflanzen bereits reagiert haben und sich das Klima in Bayern im Untersuchungszeitraum (1951-2010) verändert hat. Das erste Auftreten der Haselnussblüte im Jahr, das den Vorfrühling ankündigt, ist in der Zeitspanne von 1951-2010 in Bayern zunehmend früher zu beobachten (s. Abb. 1). In den letzten 30 Jahren (1981-2010) ist die Haselnussblüte 3 Tage pro Jahrzehnt (Dekade) früher erschienen als im Zeitraum 1951-1980 bzw. 1961-1990 (s. Abb. 2). Dabei weisen die Auswertungen auf eine Beschleunigung dieser Verfrühung des Frühlings ab Beginn der 1990er Jahre hin. Die Blüheintrittsdaten der Haselnuss unterliegen regionalen Unterschieden. Die ausgeprägteste Vorverlegung der Blühtermine ist vor allem in den niedrigen und wärmsten Lagen unter 300 m im Nordwesten Bayerns zu beobachten.

Bild vergrössern Abbildung 2: Mittlerer Eintrittstag der Haselnussblüte in 30jährigen Zeiträumen für ganz Bayern

Unser Kurzbericht beschreibt die Ergebnisse im Einzelnen:

Auswirkungen auf die Natur - Konsequenzen für den Naturschutz

Auswirkungen auf die unbelebte Natur - Boden

Auswirkungen auf die unbelebte Natur – Wasser, Luft