Sickerwasser

Im Sickerwasser der Böden an den drei IHM-Standorten zeigen sich beim pH-Wert unterschiedliche Entwicklungen in Abhängigkeit von der Untersuchungstiefe. Im oberen Bodenbereich ist an allen Standorten eine Erholung der pH-Werte des Sickerwassers erkennbar (Abb. 1), während in tieferen Bodenschichten bisher kaum Änderungen im pH-Wert des Sickerwassers deutlich werden (Abb. 2).

Zeitliche Entwicklung des pH-Wertes im Sickerwasser in 200cm Tiefe an der Messstelle des IHM im Fichtelgebirge. Der pH-Wert beträgt zu Beginn der Untersuchungen Ende der 1980er Jahre im Mittel ca. 4,4 und zeigt danach bis 2013 keine deutliche Änderung.Bild vergrössern Abb. 2: Zeitliche Entwicklung des pH-Wertes im Sickerwasser (200cm Tiefe) an der Messstelle des IHM im Fichtelgebirge (Messwerte – grau; Jahresmittel – blau; Jahresmittel unvollständig – hellblau).

Dies belegt, dass sich die Reduktion der Säureeinträge in den oberen Bodenschichten offensichtlich bereits bemerkbar macht, während die vollständige Mobilisierung der eingetragenen Säurebildner in der tieferen ungesättigten Zone noch zusätzliche Zeit benötigen wird.

Die Verringerung der Sulfateinträge spiegelt sich im Sickerwasser in 50cm Tiefe deutlich wider (Abb. 3). An allen drei IHM-Standorten ist seit Beginn der 1990er Jahre eine starke Abnahme der Sulfatkonzentrationen erkennbar. Aktuell betragen diese nur noch 2-5 mg/l, so dass in Zukunft nur noch geringe weitere Abnahmen zu erwarten sind.

Die steigenden pH-Werte bewirken auch niedrigere Aluminiumkonzentrationen im Sickerwasser in 50cm Tiefe (Abb. 4). Dieser Rückgang hat große Bedeutung für die Trinkwassergewinnung sowie Organismen in Böden und Gewässern, da Aluminium toxisch wirkt. Auffällig sind gelegentlich auftretende Konzentrationsspitzen in den Werteverläufen, welche durch Extremereignisse (z.B. Windwurf, Borkenkäferbefall) in den jeweiligen Gebieten ausgelöst werden.

Zeitliche Entwicklung der Aluminiumkonzentration im Sickerwasser in 50cm Tiefe an der Messstelle des IHM im Hochspessart, sowie des IHM im Bayerischen Wald. Erläuterung im umliegenden Text.Bild vergrössern Abb. 4: Zeitliche Entwicklung der Aluminiumkonzentration im Sickerwasser (50cm Tiefe) an den Messstellen des IHM im Hochspessart, Bayerischen Wald und Fichtelgebirge (Messwerte – grau; Jahresmittel – blau; Jahresmittel unvollständig – hellblau).

Ähnliche Trends weisen auch die Sulfat- und Aluminiumkonzentrationen in 200cm Tiefe im Fichtelgebirge auf (Abb. 5 und Abb. 6). Jedoch liegt das aktuelle Niveau der Sulfatkonzentration in 200cm Tiefe mit 15-20 mg/l (Abb. 5) noch deutlich über dem in 50cm Tiefe. Das Niveau der Aluminiumkonzentration unterscheidet sich mit der Tiefe kaum. Auffällig ist hier, dass sich der durch den Sturm Kyrill ausgelöst Peak der Aluminiumkonzentration auch in tiefere Bodenschichten fortsetzt (Abb. 6).

Zeitliche Entwicklung der Aluminiumkonzentration im Sickerwasser in 200cm Tiefe an der Messstelle des IHM im Fichtelgebirge. Die Aluminiumkonzentration beträgt zu Beginn der Untersuchungen Ende der 1980er Jahre im Mittel ca. 5-6 mg/l und nimmt danach bis 2013 auf Jahresmittelwerte um 2 mg/l ab.Bild vergrössern Abb. 6: Zeitliche Entwicklung der Aluminiumkonzentration im Sickerwasser (200cm Tiefe) an den Messstellen des IHM im Fichtelgebirge (Messwerte – grau; Jahresmittel – blau; Jahresmittel unvollständig – hellblau).