Monitoring der Gewässerversauerung in Bayern

In Bayern wird seit über 25 Jahren die Entwicklung der atmosphärisch bedingten Versauerung aller betroffenen Umweltkompartimente (Boden, Wasser, Luft) durch ein intensives Monitoring überwacht. Um den Versauerungszustand möglichst exakt zu erfassen, werden biologische und chemische Untersuchungen durchgeführt. Zusätzlich erfolgt in drei besonders von Versauerung betroffenen Gebieten im Bayerischen Wald, Fichtelgebirge und dem Hochspessart ein Integriertes Hydrologisches Monitoring (IHM), mit dem sich der gesamte Pfad der Versauerung nachvollziehen lässt. Die Messdaten werden über folgende Bereiche erhoben:

  • Niederschlag
  • Sickerwasser
  • Grundwasser
  • Quellen
  • Fließgewässer
  • Seen

Die Untersuchungen über die verschiedenen Kompartimente geben Aufschluss darüber, wie stark sich die Säure bildenden Emissionen (aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft) in der Umwelt niederschlagen und welche Folgen sie für die Flora und Fauna haben.

Entwicklung der Versauerung

Die Auswertungen der bis zu 30 Jahre langen Datenreihen zeigen, dass der Eintrag von Säurebildnern aus der Atmosphäre deutlich reduziert wurde (z.B. an der Integrierten Hydrologischen Messstelle – IHM – im Fichtelgebirge) und sich als Folge dessen heute bereits einige Gewässer des Monitorings wieder in einem annähernd versauerungsfreien Zustand befinden (z.B. Hochfallbach im Bayerischen Wald). Diesen Trend belegen auch die biologischen Indikatoren. So wurden die Lebensbedingungen für die Gewässerorganismen in den Flüssen und Seen erheblich verbessert.

Zeitliche Entwicklung des pH-Wertes des Fließgewässers Hochfallbach im Bayerischen Wald (schwarze Punkte – Einzelwerte; blau Punkte – Jahresmittelwerte) Bild vergrössern Bestandsniederschlag an der integrierten Hydrologischen Messstelle Hochfallbach im Bayerischen Wald

Im Bereich des Bodens fallen die Messergebnisse derzeit noch weniger deutlich aus. Aufgrund der Ergebnisse aus Sickerwassermessungen zeigen obere Bodenhorizonte deutlichere Erholungstendenzen als tiefer liegende, wodurch Änderungen im Grundwasser voraussichtlich erst in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten zu erwarten sind.

Zeitliche Entwicklung des Ein- und Austrags an Schwefel an der Integrierten Hydrologischen Messstelle im Bayerischen Wald sowie der daraus resultierenden Frachtbilanz Bild vergrössern Frachtbilanz an der integrierten Hydrologischen Messstelle Hochfallbach im Bayerischen Wald

Eine Grundvoraussetzung für die Erholung von der Versauerung ist die Entsäuerung der Ökosysteme und dabei ganz besonders der Böden. Dies geschieht u.a. durch Freisetzung der im Boden gespeicherten Schwefelverbindungen. Die Messergebnisse belegen, dass die entsprechenden Vorgänge aktuell in vollem Gange sind, da seit Ende der 1990er Jahre der Austrag an Schwefel (S) aus diesen Gebieten den jeweiligen Eintrag deutlich übersteigt (z.B. an der Integrierten Hydrologischen Messstelle – IHM – im Bayerischen Wald).

Versauerung in der Zukunft

Ausblickend wird uns das Thema Versauerung auch in Zukunft weiter begleiten und ein kontinuierliches Monitoring notwendig sein. Insbesondere aussagekräftige Veränderungen im Grundwasserbereich werden mit Spannung erwartet.

Im Rahmen des Symposiums "25 Jahre Versauerungsmonitoring in Bayern" wurden aktuelle Ergebnisse präsentiert und mit Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen diskutiert. Unter dem nachfolgenden Link finden Sie die einzelnen Vorträge der Referenten sowie weiterführende Informationen zur Veranstaltung.

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