Energieoptimiertes Sanieren und Bauen

Mehr als ein Drittel der Endenergie wird in Bayern für Heizung und Warmwasser in Gebäuden eingesetzt. Hier sind die Einspar-Potenziale im Energiebereich besonders hoch. Als den Mietern und Hausbesitzern nächststehende Verwaltungsebene haben die Kommunen großen Einfluss auf das Handlungsfeld, in dem die größte Wirkung für den Klimaschutz erzielt werden kann. Hier sind die Kommunen nicht nur als Informationsgeber und Motivator, sondern auch als Planer und Regulierer gefordert.

Als Eigentümer eines Großteils der öffentlichen Gebäude können die Kommunen zudem handelndes Vorbild sein. Der energetische Zustand vieler Bestandsbauten ist von den heutigen Standards bei Neubauten weit entfernt. Durch fachgerechtes Sanieren der Gebäudehülle und Einsatz moderner Gebäudetechnik lassen sich Energieeinsparungen von 50 - 80% realisieren. Der Schwerpunkt im Sanierungsbedarf öffentlicher Liegenschaften liegt in der Regel im Bereich der sozialen Infrastruktur (z.B. bei Schulen und Kindergärten).

Die Grundbausteine für eine rationelle Energienutzung bei der energetischen Gebäudesanierung und bei energieoptimierten Neubauten sind:

  • Bauliche Wärmeschutzmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Effiziente Heizungs- und Warmwassersysteme
  • Nutzung von regenerativen Energien

Mindeststandards für Neubauten sind durch die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) und das Erneuerbare Energien-Wärme Gesetz (EEWärmeG) vorgegeben. Diese Mindeststandards werden entsprechend der Zielvorgaben der EU in naher Zukunft weiter verschärft: ab 2019 sollen nach dem Willen des Europaparlaments nur noch "Null-Energie-Häuser" neu errichtet werden.
Der technisch und wirtschaftlich gerechtfertigte Gebäudestandard bei Neubauten liegt derzeit auf Passivhaus-Niveau.

Alle sollten sich bereits heute an den Standards von morgen orientieren, denn neben Klimaschutzaspekten ergeben sich weitere Vorteile: die Betriebskosten sinken und Preisschwankungen der Energiemärkte schlagen nicht mehr so sehr durch, weil die Energiekosten zu einem kleineren Posten im Haushaltsbudget werden.
Dabei kommt den Kommunen bzw. den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften wegen der großen Vorbildwirkung für ihre Bürger eine besondere Rolle zu. Zur Finanzierung kommunaler Bau- und Sanierungsmaßnahmen können dabei in Einzelfällen auch Contracting-Modelle genutzt werden, sofern dabei ein ganzheitlicher Sanierungsansatz verfolgt wird.

Im privaten Wohnungsbau können die Kommunen darauf hinwirken, dass bei der Planung und Umsetzung bestmögliche energetische Standards berücksichtigt werden. Dies kann zum einen durch Anreize im Rahmen der energieoptimierten Bauleitplanung oder durch Auflagen beim Verkauf gemeindlicher Grundstücke geschehen. Zudem kann die Gemeinde private Bauherren durch lokale Förderprogramme unterstützen (vgl. Unterseite "Energieoptimierte Siedlungsentwicklung"). Darüber hinaus kann die Gemeinde ihre Bürger durch Informationskampagnen für die Optimierung der Energieeffizienz bei Gebäuden gewinnen. Hierfür bietet sich die Kooperation mit lokalen Akteuren, u.a. mit Bildungsträgern wie den Volkshochschulen oder den Bildungswerken der Kirchen, Umweltverbänden und Architekten an (vgl. auch die Unterseite "Beratung und Öffentlichkeitsarbeit").

Bei der energieoptimierten Siedlungsentwicklung kann die Kommune darauf achten, dass bei neuen Baugebieten energieeffizientes Bauen ermöglicht wird, z.B. durch eine passende Ausrichtung der Gebäude für eine verschattungsarme Bebauung mit hoher Nutzung passiver Solarwärme (vgl. auch Unterseite "Energieoptimierte Siedlungsentwicklung").

Gezielt eingesetzt werden kann dabei die Broschüre "Modernisieren und Sparen" der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium:

Beispiele

Weiterführende Informationen

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