Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz

Damit der CO2-Ausstoß innerhalb des Gemeindegebiets auf ein Minimum verringert werden kann, ist die Gemeinde aufgerufen, alle Verbraucher zu motivieren um zur Energieeinsparung beizutragen. Entsprechend dem Energie-3-Sprung gilt es 1. Energie einzusparen durch Reduzierung der konsumierten Güter und Dienstleistungen auf das unverzichtbare Maß, z.B. Bildung von Fahrgemeinschaften oder kein Kauf von Erdbeeren im Januar. Im 2. Schritt sollten unverzichtbare Güter und Dienstleistungen so energieeffizient wie möglich bereit gestellt werden, beispielsweise als verbrauchsoptimierte Motoren oder durch optimale Wärmedämmung von Gebäuden. Wo sich innerhalb der Gemeindegebiet die wirksamsten Handlungsbereiche ergeben, kann mit der Energieverbrauchsbilanz ermittelt werden (vgl. Unterseite "Analyse der Energieverbrauchssituation im Gemeindegebiet").

Die Gemeinden haben als Verbraucher eine Vorbildfunktion für ihre Bürger. Wichtige Handlungsfelder sind in diesem Zusammenhang das Beschaffungswesen, die Straßenbeleuchtung oder die Bewirtschaftung der eigenen Liegenschaften unter energetisch optimierten Gesichtspunkten. Die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich vor allem durch fachgerechte Sanierungs- und Baumaßnahmen (u. a. Dämmung der Gebäudehülle, Erneuerung der Heiztechnik, Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung, passive Nutzung der Solarenergie) besitzt für die CO2-Minderung auch im Vergleich zur Nutzung erneuerbarer Energien eine herausragende Bedeutung. Deshalb sollten hier die Potenziale systematisch ausgeschöpft werden.
Zudem kann die Gemeinde auf die eigenen Mitarbeiter Einfluss nehmen, ihr Nutzerverhalten zu ändern, indem sie zum Beispiel zu einem sparsamen Umgang mit Strom und Wasser aufruft oder die Nutzung des ÖPNV für den Weg zu Arbeit durch ein sogenanntes Jobticket unterstützt.

Darüber hinaus kann die Gemeinde als Motivator die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die ortsansässigen Betriebe durch Information dafür gewinnen, die angeführten Aktivitäten in ihrem eigenen Wirkungsbereich umzusetzen. Hierbei hat es sich bewährt, dass Gemeindeverwaltungen bürgerschaftliches Engagement fördern und nutzen und bei der Öffentlichkeitsarbeit mit Energie-Arbeitskreisen zusammenarbeiten. Um Betriebe für Energieeffizienz zu gewinnen, haben sich auch "Ökoprofit" bzw. der "Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QUB)" bewährt.
Zudem hat die Gemeinde die Möglichkeit, für gemeinsam abgestimmte Aktivitäten und Einzelmaßnahmen als aktivierender Vernetzer zu werben und zu motivieren (vgl. Unterseiten "Beratung und Öffentlichkeitsarbeit" und "Partizipation und prozessorientiertes Vorgehen").

In ihrer Rolle als Versorger und Anbieter bietet sich den Gemeinden die Möglichkeit darauf hinzuwirken, dass die Energieerzeugung mit hohen Wirkungsgraden erfolgt. Ist die Gemeinde selbst Energieerzeuger sollte sie daher nach Möglichkeit auf den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung setzen. Als dezentrale Erzeugungsanlagen bieten sich dabei u.a Blockheizkraftwerke an, die auf Basis erneuerbarer Energien betrieben werden. Weitere Möglichkeiten, die Energiepotenziale im Gemeindegebiet effizient zu nutzen, liegen u. a. in der Wärmerückgewinnung, der Abwärmenutzung und in der Energiegewinnung aus Abwasser.

Als Planer und Regulierer kann sich die Gemeinde bei eigenen Baumaßnahmen heute bereits richtungsweisend an den "Standards von Morgen" orientieren. Außerdem kann sie private Bauherren darauf hinweisen und ggf. dazu verpflichten, bestmögliche und damit höhere Gebäudeenergiestandards als die aktuell gültigen gesetzlichen Mindestanforderungen einzuhalten. Die auf den Unterseiten "Energieoptimierte Sanierung und Neubau" und "Energieoptimierte Siedlungsentwicklung" beschriebenen Gestaltungsmöglichkeiten sollten ausgeschöpft werden.

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