Raumbezogene Energieplanung

Die Sicherstellung der Versorgung ihrer Bürger u. a. mit Energie ist Pflichtaufgabe der Kommunen. Dies auch in Zukunft gewährleisten zu können, stellt in der heutigen Zeit eine besondere Herausforderung für die Städte und Gemeinden dar. Auf der einen Seite zwingt z.B. die technische und wirtschaftliche Verknappung fossiler Energieträger zur konsequenten Reduzierung des Energieverbrauchs. Auf der anderen Seite müssen effiziente und zukunftsfähige Versorgungsalternativen bereitgestellt werden.

In Anlehnung an die Instrumente der Bauleitplanung wird der "Energienutzungsplan" als strategisches Planungsinstrument für den Energiebereich zurzeit entwickelt. Er soll unter anderem vereinzelte, kleinräumige Energiekonzepte und Maßnahmen miteinander verzahnen und einen flächendeckenden Überblick über die aktuelle und zukünftige Energiesituation in der Gemeinde geben. Mit Hilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) werden dabei die Energieverbrauchsmengen, Energienetze und alle (potenziellen) Energieversorger und -abnehmer dargestellt.

Grundlage für einen Energienutzungsplan sind zunächst die Ergebnisse aus der Energieverbrauchsanalyse und aus der Abschätzung des vorhandenen Energiepotenzials (vgl. jeweilige Unterseiten). Diese werden in einen räumlichen Gesamtkontext gestellt. Dabei bilden sich energetische Sektoren im Gemeindegebiet mit unterschiedlich großen Nachfrage- und Angebotsmengen heraus. Im Hinblick auf eine optimale Auslastung ihres energetischen Potenzials und durch sinnvolle Verknüpfung der potenziell nutzbaren Stoffströme werden die Teilgebiete aufeinander abgestimmt. Dabei sind unter anderem leitungsgebundene Energieträger räumlich zu koordinieren, den örtlichen Energieversorgungsanlagen entsprechende Abnehmergebiete zuzuweisen und Verbundkonzepte (z.B. für Nah- bzw. Abwärme) zu entwickeln.

Für die erfolgreiche Anwendung eines solchen Planungsinstrumentes ist wichtig ist, dass alle kommunalen Liegenschaften, privaten Haushalte und Industrieunternehmen einbezogen werden. Gemeinsam sollen dem jeweiligen Bedarf angepasste Einzel- oder Verbundlösungen konzipiert werden, die den größten Mehrwert bieten. Dafür ist eine enge Abstimmung mit regionalen Partnern wie Energieversorgern und Unternehmen, Bürgern und Experten in hierfür geeigneten Beteiligungsforen sinnvoll.

Zukünftig wird auch die interkommunale Zusammenarbeit z.B. in einem Planungsverbund an Bedeutung gewinnen. So lassen sich die Energiepotenziale in angrenzenden Gemeinden in die Planung einzubeziehen und eine regionale Energieplanung ermöglichen. Für die flächendeckende und zukunftsgerichtete Energieplanung sowohl in der Gemeinde als auch in der Region ist eine übergeordnete Koordination und die Festlegung von zielgerichteten Vorgaben sinnvoll.

Mit dem Beschluss des Bayerischen Ministerrates den Energie-Atlas Bayern zu realisieren, sollen sowohl georeferenzierte Daten zu Potenzialen erneuerbarer Energien als auch Handlungsempfehlungen und Ansprechpartner in einem Portal zur Verfügung gestellt werden. Dieses befindet sich derzeit im Aufbau und soll Ende 2010 vorgestellt werden.

Beispiele

Erste Modellversuche zur Aufstellung eines Energienutzungsplans werden in mehreren Gemeinden im Landkreis München, in Neumarkt i.d.Oberpfalz, sowie in Fürstenfeldbruck durchgeführt. Erfahrungsberichte, Praxisbeispiele u.ä. werden zu gegebener Zeit an dieser Stelle veröffentlicht.