Energiemanagement in kommunalen Liegenschaften

Jede Gemeinde ist selbst Energieverbraucher. Sie sollte daher durch vorbildliches Verhalten zum Klimaschutz beitragen. Die Bewirtschaftung der eigenen Liegenschaften unter energetisch optimierten Gesichtspunkten ist für die Kommune in diesem Zusammenhang ein wichtiges Handlungsfeld ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Wesentlich dabei ist die Senkung des Energieverbrauchs durch Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz.

Die Optimierung der Beleuchtung öffentlicher Plätze sowie der Straßenbeleuchtung ermöglicht es vielfach schnell Einsparerfolge zu erreichen und einen einfachen Einstieg in das Vorgehen beim kommunalen Energiemanagement zu finden.

Um speziell in Gebäuden gezielte Maßnahmen durchführen zu können, ist es notwendig, den eigenen Energieverbrauch zu analysieren und zu kontrollieren. Hierfür bietet sich der Gemeinde das Kommunale Energiemanagement (KEM) als Instrument an. Es ist ein Bestandteil des Umweltmanagements und basiert auf einer regelmäßigen Verbrauchsdatenerfassung (jährlicher Energieverbrauch in den Bereichen Wärme, Strom und Wasser). Um den Vergleich zwischen den Jahresverbrauchsabrechnungen zu ermöglichen und damit die langfristige Entwicklung des Energiebedarfs zu ermitteln, sind witterungsbereinigte Daten notwendig. Werden die Verbrauchswerte in Bezug zur Fläche oder zur Nutzerzahl gesetzt, ermöglicht dies auch den Vergleich zwischen mehreren Liegenschaften in Richtung eines Benchmarkings.

Die klassische Herangehensweise für ein KEM besteht aus folgenden Schritten:

  • Regelmäßige Verbrauchsdatenerfassung:
    möglichst monatliche Zählerablesung von Wärme, Strom und Wasser.
  • Bewertung der Daten über Vergleichsmethoden:
    Datenauswertung, SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken), Besonderheiten erkennen und reagieren.
  • Handlungsbedarf feststellen:
    für nutzerbedingtes Verhalten und bestehende Gebäude.
  • Konkrete Maßnahmen festlegen:
    Termine und Zuständigkeiten festlegen, geringinvestive Maßnahmen und Investitionsentscheidungen.
  • Jährlicher Energiebericht.

Hier handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess. Auf der Basis von aktualisierten Daten werden Maßnahmen und Ziele ggf. neu festgelegt. Dabei werden nicht nur stetige Verbrauchssenkungen erreicht, sondern auch die Arbeitsabläufe hinsichtlich der Energieoptimierung schrittweise verbessert. Managementsysteme mit ähnlicher Prozessstruktur sind u.a. das Umweltmanagementsystem EMAS und der European Energy Award® (Managementsystem für energiebezogene Klimaschutzpolitik).

Mit Hilfe der Managementsysteme sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie viel Energie und Wasser wird von wem und wofür gebraucht?
  • Wo liegen die Verbrauchsschwerpunkte?
  • Wo entstehen besonders hohe Verluste?

Wichtig ist die regelmäßige Erfassung der Verbrauchsdaten durch geschultes Personal. In einigen Gemeinden ist damit eigenes Personal auf der Grundlage von Zielvereinbarungen beauftragt (z.B. die Kindergartenleitung, der Schul-Hausmeister, ein zentral Verantwortlicher in der Bauverwaltung, etc.). Andere Gemeinden kooperieren mit einem externen Energiedienstleister (z.B. einer regionalen Energieagentur, einem qualifizierten Energieberater, etc.). Wiederum andere Gemeinden setzen auf bürgerschaftliches Engagement und nutzen die ehrenamtliche Hilfe von aktiven Bürgern, Mitgliedern der lokalen Agenda oder anderen Gruppen, die sich für Energiethemen engagieren.

Der Freistaat Bayern unterstützt die Kommunen bei der Einführung eines Kommunalen Energiemanagements im Rahmen des CO2-Minderungsprogramms für kommunale Liegenschaften.

Viele Gemeinden haben bereits gute Erfahrungen mit dem KEM gemacht. Der langfristige Nutzen überwiegt dabei deutlich die notwendigen Investitionen (z.B. Arbeitszeit, Finanzierungsbedarf von Gutachten und externen Experten). Im Rahmen der bayerischen Klima-Allianz-Veranstaltungen haben u. a. Pfronten, Kempten und Freising bereits mehrfach über ihre Erfahrungen berichtet. Eine systematische und bewertete Sammlung von Praxisbeispielen bayerischer Kommunen gibt es jedoch derzeit nicht.

Ansprechpartner

Eine Übersicht über Ansprechpartner in Kommunen und Behörden finden Sie im Internetangebot des Bayerischen Energieforums: