Beratung und Öffentlichkeitsarbeit

Etwa die Hälfte des bayerischen Energiebedarfs entfallen auf Privathaushalte und Kleinverbraucher. Für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik in der Gemeinde ist es daher entscheidend, ihre Bürger dafür zu gewinnen, klimafreundlich zu handeln. Um dies zu erreichen, empfiehlt sich ein mehrstufiges Vorgehen:

  • Information und Motivation der Bürger
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Beratung
  • Umweltbildung

Informationen zu Klimaschutz und CO2-Minderung werden u. a. von staatlichen Organen und den landesweiten Verbraucherzentralen öffentlich zugänglich angeboten, z.B. in Form von Broschüren oder im Internet. Die Gemeinde kann ihre Bürger auf eine gezielte Auswahl dieser Informationen aufmerksam machen, z.B. durch entsprechende Verlinkungen auf der gemeindlichen Internetseite und durch Auslegen der Informationsbroschüren in öffentlichen Gebäuden. Auf diese Weise können die Bürger für ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz sensibilisiert werden.

Das Erstellen eigener Informationsschriften hat darüber hinaus den Vorteil, dass Grundlageninformationen mit spezifischen lokalen Handlungsmöglichkeiten verbunden werden können.

Neben Informationsangeboten spielt vor allem die Motivation der Bürger, ihre persönliche CO2-Bilanz zu verbessern, eine große Rolle. Erfolgsbausteine sind hier ein beispielgebendes Verhalten und das Schaffen geeigneter Anreize, z.B. durch kommunale Fördermaßnahmen. Eine Vorbildfunktion kann die Gemeinde erreichen, wenn sie selbst sich für den Klimaschutz engagiert, z.B. durch politische Beschlüsse und Schulung der eigenen Mitarbeiter, durch eine energieoptimierte Sanierung ihrer Liegenschaften oder durch den Einsatz von erneuerbaren Energien. Darüber hinaus kann sie diese Maßnahmen auch zur Imagepflege und zur Standortwerbung öffentlichkeitswirksam nutzen.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollte die Kommune ihre Bürger fortlaufend über den aktuellen Stand des CO2-Minderungskonzeptes informieren, z.B. in den Lokalzeitungen oder im Gemeindeblatt. Die Darstellung von erfolgreich umgesetzten Maßnahmen kann eine positive Breitenwirkung erzielen. Derart werden Bürger dazu motiviert, sich mit den Klimaschutzzielen der Gemeinde zu identifizieren und sich bewusst an dem Prozess zu beteiligen. Öffentlichkeitswirksame lokale Aktionen helfen dabei die Bürger auf direktem Weg zu erreichen. Dies können Umwelttage, Aktionstage mit Informationen und Beratungen zum Thema Energie, Ausstellungen, aber auch Wettbewerbe zur CO2-Minderung sein.

Vorhandene Ausstellungen zu Klimawandel und Klimaschutz können ausgeliehen werden.
Die interaktive Ausstellung "Klima & CO" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) informiert zum Beispiel über die Zusammenhänge zwischen Energieverbrauch und Klimaänderung und richtet sich an Jugendliche und Erwachsene.
Das Bayerische Umweltministerium bietet die Ausstellung "Lebensmittel: Regional = Gute Wahl auch fürs Klima!" zur Verwendung an, die veranschaulicht, wie jeder von uns bei der Ernährung, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Ca. 20% der Treibhausgasemissionen werden durch die Produktion, den Transport und letztendlich den Genuss von Lebensmitteln verursacht.
Die Ausstellung "Modernisieren und sparen" der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium richtet sich vor allem an private Hausbesitzer und stellt Energieeinsparpotenziale in bestehenden Wohnhäusern dar.

Besonders erfolgreich sind persönliche Beratungen für bestimmte Zielgruppen (z.B. private Bauherren, Wohnungs- und Hauseigentümer). Diese können entweder durch die Einrichtung von Energieberatungsstellen oder durch zeitlich begrenzte Beratungsinitiativen in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Experten (z.B. aus der Agenda 21) oder mit den örtlichen Energieberatern realisiert werden. Beratungen für Betriebe und Handwerksunternehmen werden meist auch von den regionalen Handwerkskammern angeboten.
Beratungen werden auch von den Partnern der Klimaallianz und von den Energiesparberatern bei den Kreisverwaltungsbehörden angeboten:

Für die Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit spielt die Umweltbildung eine entscheidende Rolle. In Kooperation von Gemeinden mit den lokalen bzw. regionalen Umweltbildungseinrichtungen, wie den örtlichen Volkshochschulen oder den anerkannten Umweltstationen in Bayern können dazu speziell entwickelte Lernangebote für verschiedene Ziel- und Altersgruppen (z.B. Privathaushalte, Kinder und Schulklassen, Senioren) angeboten werden. Diese sollten auch darauf abzielen, die zum Teil komplexen Gesamtzusammenhänge der gegenwärtigen Klimadiskussion allgemeinverständlich und praxisbezogen zu vermitteln.

Ansprechpartner

Eine Übersicht über Ansprechpartner in Kommunen und Behörden finden Sie im Internetangebot des Bayerischen Energieforums.