Bau und Unterhalt von Liegenschaften

Die Kommunen besitzen zur Erfüllung ihrer Aufgaben unterschiedliche Gebäude und Flächen. Der Immobilienbesitz von Kommunen reicht von Rathäusern und Verwaltungsgebäuden über Bauhöfe, Kläranlagen bis hin zu Schulen oder Kindergärten. Teilweise im Direkteigentum oder durch Anteile an Wohnungsbaugesellschaften befinden sich auch Mehrwohnungsgebäude im Besitz der Kommunen. Diese energieoptimiert, abfallarm und allgemein umweltverträglich zu errichten, zu sanieren und zu bewirtschaften ist die Herausforderung für das Liegenschafts- und Gebäudebewirtschaftungsmanagement. Entsprechend ist auch bei unbebauten Flächen auf eine umweltfreundliche Bewirtschaftung zu achten.

Im kameralistischen Haushaltssystem werden zudem die notwendigen Investitionen in Bau und Sanierung im Vermögenshaushalt und die betrieblichen Aufwendungen für den Unterhalt im Verwaltungshaushalt dargestellt. Dies hat es in der Vergangenheit nicht gerade erleichtert, eine objektbezogene Kosten-Leistungs-Rechnung mit geringem Aufwand zu betreiben. Auch wurden in der Vergangenheit und werden zum Teil auch heute noch Gebäude ohne eine verlässliche Sicherung der Unterhalts- sowie Modernisierungskosten errichtet. In diesen Fällen ist es problematisch, angesichts des starken finanziellen Drucks an Aspekte der umweltfreundlichen Bewirtschaftung zu denken.

Herausforderungen und Ziele

Ein Großteil der öffentlichen Infrastruktur in Deutschland ist mittlerweile mindestens 25 bis 30 Jahre alt. Insbesondere unter energetischen Gesichtspunkten ist dies für den Klimaschutz problematisch. Mit dem Bund-Länder-Programm zur energetischen Sanierung der Infrastruktur sowie dem Konjunkturpaket der Bundesregierung erfahren die Kommunen dabei Hilfestellung.

Bei Sanierungen und Neubauten sollten die Kommunen im Sinne des Klimaschutzes als Vorbilder handeln und zukunftsweisende Energiekonzepte und Energiestandards realisieren. Hier sind neben einer optimalen Aufgabenerfüllung des Gebäudes und einer möglichst niedrigen finanziellen Belastung der Kommune auch die beiden Zielgrößen Bauökologie und CO2-Minimierung beim Energieverbrauch in die Planungen mit aufzunehmen. Im Sinne des "nachhaltigen Blicks über den Tellerrand" gilt es dabei auch zu entscheiden, inwieweit man über den aktuellen Mindeststandard der Energieeinsparverordnung (EnEV2009) hinaus sich selbst ambitionierte Zielwerte in Richtung Passivhausstandard setzt. Zu diesem Thema arbeiten im Arbeitskreis Energieeffizientes Bauen die kommunalen Spitzenverbände gemeinsam mit den Kammern der Architekten und Bauingenieure sowie den Regierungen und Fachbehörden unter Federführung der Obersten Baubehörde im Innenministerium an Empfehlungen.
Bereits bestehende Gebäude sollten energieeffizient bewirtschaftet und im Bedarfsfall energieoptimiert saniert werden. Ein Energiemanagement für die kommunalen Liegenschaften liefert wertvolle Grundlagen.

Auch auf die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe und Technologien, wie z.B. wassersparende Armaturen, die naturnahe und versiegelungsarme Freiflächengestaltung, der naturnahe Umgang mit Niederschlagswasser oder eine umweltfreundliche Gebäudereinigung und Pflege der Außenanlagen sollte die Kommune vorbildhaft achten. Hier gilt es in den Ausschreibungen bereits für die Planungen, den Bau und den Unterhalt entsprechende Kriterien zu benennen.

Zudem trägt der umweltfreundliche Bau und Unterhalt von Gebäuden auch zum Artenschutz bei. Insbesondere durch eine insektenverträgliche Außenbeleuchtung können die für Nachtschwärmer tödlichen Risiken minimiert werden. Die Lösungen sind im Grunde recht einfach: Verzicht auf zuviel Beleuchtung und Einsatz von effizienten (Außen-)Lampen, die nur das beleuchten, was wirklich beleuchtet werden muss.
Bei Glasfassaden sollte zudem auf Vogelschlag geachtet werden. Vögel nehmen durchsichtige Glasscheiben, z.B. an verglasten Gängen, Balkonen oder Lärmschutzwänden, nicht als Hindernis wahr. Sie erkennen häufig auch Glasflächen, die die Landschaft oder den Himmel spiegeln, nicht oder zu spät als Hindernis.
Als Lösungsansätze kommen alle Maßnahmen in Frage, welche die Glasscheiben für Vögel erkennbarer machen: Greifvogel-Silhouetten, Streifenmuster, Verwendung von mattierten oder strukturierten Scheiben, die keine Spiegelung zulassen, Verwendung entspiegelter Fenster oder auch die Mahd von Grünflächen um Gebäude bereits im Spätsommer. Das LfU erprobt diese Maßnahmen an seinem Standort in Augsburg und berichtet über seine Erfahrungen.

Beispiele

Ansprechpartner

Als Ansprechpartner stehen den kreisangehörigen Gemeinden die Kreisbaumeister sowie die in den Landratsämtern benannten Ansprechpersonen für Energieeffizienzfragen zur Verfügung:

Für spezielle Fragen stehen Ihnen im LfU zur Verfügung:

Weiterführende Informationen

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