Die Messkampagnen zur Gamma-Ortsdosisleistung der Kreisverwaltungsbehörden 1987-2003

Bei den Gamma-Ortsdosisleistungsmesskampagnen der 96 Kreisverwaltungsbehörden in Bayern wurden an etwa 1.200 Messpunkten eines Messpunktrasters (Gitterabstand 8 km in jedem Landkreis bzw. 4 km in kreisfreien Städten) die Gamma-Ortsdosisleistung zwei mal jährlich ermittelt. Die Messungen erfolgten mit tragbaren Messgeräten im freien Gelände. Diese Messkampagnen wurden vom LfU betreut und ergänzten das Immissionsmessnetz für Radioaktivität (IfR).

Die Einzelmesswerte lagen im Bereich von 0,03 bis 0,16 µSv/h. Der im Jahr 1986 und 1987 aufgrund des Tschernobylunfalls verursachte Anstieg der Gamma-Ortsdosisleistung ist im Allgemeinen heute nicht mehr nachweisbar. Unter Berücksichtigung der Messgenauigkeit und der Schwankungsbreite der externen Strahlenexposition ist die Gamma-Ortsdosisleistung zwischenzeitlich wieder auf das Niveau der natürlichen Umgebungsstrahlung zurückgegangen. Die großregionale Verteilung der Ortsdosisleistung ist durch die unterschiedlichen Gehalte an natürlichen Radionukliden im Boden verursacht. Es handelt sich dabei vor allem um die Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen von Uran-238, Uran-235 und Thorium-232 sowie um Kalium-40. In diesem Zusammenhang weisen einige Gebiete Ostbayerns - wie Fichtelgebirge, Oberpfälzer und Bayerischer Wald - markante Ortsdosisleistungsniveaus mit beobachteten Werten von 0,10 bis 0,16 µSv/h auf.

Die Messkampagnen wurden 2003 eingestellt.