Vorgehensweise bei erhöhter Radonexposition

Hat die Erhebung der Radonexposition einen Wert über dem Eingreifwert von 2 MBqh/m3 (= 6 mSv) ergeben, liegt eine sog. anzeigebedürftige Arbeit vor (§ 95, Abs. 10) und der Wasserwart muss seine Radonexposition kontinuierlich überwachen. Dies geschieht z.B. durch ständiges Tragen eines personengebundenen Exposimeters während aller Arbeiten in den Wasserversorgungsanlagen.

Mit der kontinuierlichen Überwachung sind weitere Pflichten verbunden:

  • Die Ergebnisse sind binnen Monatsfrist der zuständigen Behörde (LfU) mitzuteilen.
  • Bei Überschreitung des Grenzwertes von 20 mSv ist eine Weiterbeschäftigung nur möglich, wenn in den darauf folgenden Jahren die Exposition entsprechend begrenzt wird. In der Summe darf in 5 aufeinander folgenden Jahren eine Exposition von 100 mSv nicht überschritten werden.
  • Die Beschäftigten müssen einmal im Kalenderjahr von einem Arzt untersucht werden, der ermächtigt ist, arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen gemäß Strahlenschutzverordnung durchzuführen.
  • Die ermittelte Radonexposition muss an das Strahlenschutzregister des Bundesamtes für Strahlenschutz weitergeleitet werden (die Meldung erfolgt durch das LfU).
  • Erstellung einer Arbeitsanweisung zum Schutz vor Radon
  • Die kontinuierliche Überwachung muss solange durchgeführt werden, bis das LfU einer Beendigung zustimmt.

Ablauf der kontinuierlichen Überwachung


Schritt 1

Kontinuierliches Tragen personengebundener Exposimeter immer in allen Anlagen.


Schritt 2

Ermittlung der Radonkonzentration an allen Orten, die betreten werden:

  • Hochbehälter Vorraum + Wasserkammer
  • Aufbereitung
  • Quell und Sammelschächte, Brunnen
  • Pumpwerk


Schritt 3

Erstellung eines Maßnahmenplanes zur Reduktion der Radonexposition (evtl. zusammen mit einem Ingenieurbüro). Orte mit langen Aufenthaltszeiten (> 100 h/a) und/oder hohen Radonkonzentrationen
(> 5.000 Bq/m3) sollten vorrangig saniert werden.


Schritt 4

Neue ortsgebundene Radonmessungen nach Sanierung.
Beendigung der Messungen nur nach Zustimmung des LfU.

Voraussetzungen für die Beendigung der kontinuierlichen Überwachung

Eine Einstellung der ständigen personengebundenen Radonmessungen kann nur mit Zustimmung des LfU erfolgen.

Dafür müssen folgende Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Die kontinuierlichen personengebundenen Messungen müssen für mindestens 2 Jahre deutlich unter dem Eingreifwert von 2 MBq*h/m3 liegen.
  • Für alle Anlagen müssen Ortsmessungen vorliegen, alle Messungen müssen dokumentiert sein.
  • Die durchgeführten Reduktionsmaßnahmen und deren Erfolg müssen vom WVU schriftlich dokumentiert sein.
  • Zur Sicherstellung der langfristigen Wirksamkeit der Reduktionsmaßnahmen muss eine Arbeitsanweisung zum Radonschutz erstellt werden.

Sollten Sie alle Vorraussetzungen erfüllen, wenden Sie sich bitte mit einem formlosen Schreiben an uns.