Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wer misst amtlicherseits Wildbret in Bayern?

Auch staatliche Stellen messen stichprobenartig Wildbretproben auf Radioaktivtität aus. Die Ausgangslage bei diesen Messungen ist jedoch eine andere als bei einem privaten Jäger, der eine "Qualifizierte Messstelle" betreibt.

Die staatlichen Messungen erfolgen aufgrund von Gesetzen und Richtlinien, z. B. im Rahmen des

"Gesetzes zum vorsorgenden Schutz der Bevölkerung gegen Strahlenbelastung" (Strahlenschutzvorsorgegesetz – StrVG)

oder des

Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB).

Zur Durchführung dieser Gesetze werden zahlreiche Proben aus vielen Bereichen, auch und insbesondere aus dem Lebensmittelbereich und dort speziell von den Lebensmittelüberwachungsbehörden genommen, und auf Radioaktivität ausgemessen. Die nach StrVG ermittelten Messergebnisse werden von der "Landesdatenzentrale" (LDZ; das LfU ist die bayerische LDZ) elektronisch an das Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit (BMU) gesendet.


Folgende staatliche Institutionen nahmen bisher routinemäßig Messungen im Rahmen des StrVG vor:

  • Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (LfU)
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
  • Milchwirtschaftliche Untersuchungs- und Versuchsanstalt (MUVA)

Seit Herbst 2005 sind die Messkapazitäten dieser Institutionen im neuen

Bayerischen Landesamt für Umwelt

zusammengefasst.

Einzelheiten zur Durchführung des Strahlenschutzvorsorgegesetzes in Bayern finden Sie unter:

Messwerte der letzten 2 Jahre sind dort unter

abrufbar.

Auch die "Strahlenhygienischen Jahresberichte zur Überwachung der allgemeinen Umweltradioaktivität" sind dort einsehbar (ab Jahrgang 2000).

Eine Darstellung der 413 amtlichen Wildschwein-Messwerte von 226 Messorten aus den Jahren 2000 - 2004 in Bayern zeigen die beiden folgenden Abbildungen, die mittels einer Datenbankabfrage des LfU-Datenbanksystems REA2000 erzeugt wurden. In diesem System werden alle amtlichen bayerischen Radioaktivitätsmesswerte verwaltet (Datenbestand derzeit 215.000 Messwerte seit 1986).

Außerden messen die staatlichen Forstämter und die Nationalparkverwaltungen Proben von dort erlegtem Wildbret aus.

Staatliche Stellen können im Allgemeinen keine Messungen für die private Jägerschaft vornehmen. Überdies sind diese Stellen durch Gebührenordnungen gezwungen, ein Entgelt für die Messungen zu verlangen, das wesentlich höher liegt, als der Betrag, den die "Qualifizierten Messstellen" der privaten Jägerschaft berechnen können.

Kreissektorendiagramm: In den Jahren 2000-2004 waren 61 der 413 amtlichen Proben über dem Grenzwert von 600Bq/kg Bild vergrößern In den Jahren 2000-2004 waren 61 der 413 amtlichen Proben über dem Grenzwert von 600Bq/kg
Messwerte zu Cäsium 137 im Wildschwein in Kartendarstellung Bild vergrößern Cäsium 137 im Wildschwein