Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wie kommt das radioaktive Cäsium in das Wildfleisch?

Im vorigen Kapitel (Radioaktivies Cäsium im Wildbret) wurde geschildert, wie das radioaktive Cäsium prinzipiell entsteht und wie es wegen des Tschernobyl-Unfalls Bayern erreichte. In diesem Kapitel soll kurz erklärt werden, wie das Cäsium schließlich in das Wildfleisch gelangt.

An sich ist diese Frage relativ leicht zu beantworten:

Das damals auf der Bodenoberfläche abgelagerte radioaktive Cäsium wandert in die tieferen Bodenschichten und kann dann von den Pflanzenwurzeln aufgenommen und in die Pflanze eingebaut werden. Ein für Pflanzen wichtiges Element ist z. B. das überall reichlich vorkommende Kalium, das mit Cäsium chemisch verwandt ist. Die Pflanzen können bei der Aufnahme über die Wurzeln nicht zwischen diesen beiden, für sie ähnlichen chemischen Elementen unterscheiden.

Pflanzen, die Cäsium aufgenommen haben, dienen schließlich den Wildtieren als Nahrung. Damit ist das Cäsium in Reh, Hirsch, Wildschwein & Co. angekommen und wird dort bevorzugt im Muskelfleisch eingelagert.

Im Detail jedoch ist die Sachlage weitaus komplizierter und war und ist immer noch das Ziel zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Genauere Ausführungen würden hier zu weit führen. Wenn Sie Interesse am aktuellen Stand der diesbezüglichen Erkenntnisse haben, so wenden Sie sich bitte an das LfU, Abt. Strahlenschutz, Referat 4/2.

Was die Messergebnisse jedoch ergeben haben und was auch durch die theoretischen Überlegungen nachvollzogen werden kann, ist Folgendes:

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist vor allem noch das Schwarzwild mit Cs 137 belastet.