Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit DWA (Deutsche Vereinigung f?r Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.)

Nr. 52 / Freitag, 01. September 2006

Gewässerschutz
Bayerns Kläranlagen: saubere Leistung zum Schutz der Gewässer

Landesweiter Leistungsvergleich der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) zeigt weiter verbesserte Reinigungsleistung / LfU - Präsident Göttle: Reinhaltung der Flüsse und Seen Daueraufgabe der Kommunen

Kläranlage Kitzingen
Kläranlage Kitzingen (Quelle: Stadtverwaltung Kitzingen)
(Augsburg) +++ Bayerns Kläranlagen wird eine saubere Leistung bescheinigt. Das geht aus dem aktuellen landesweiten Leistungsvergleich hervor. „Die Kommunen leisten damit einen entscheidenden Beitrag im Gewässerschutz“, hoben Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und F. Wolfgang Günthert, Vorsitzender des DWA-Landesverbandes Bayern, hervor. 95 Prozent der rund 12 Millionen Einwohner Bayerns sind an kommunale Kläranlagen angeschlossen. Im Freistaat reinigen rund 2.900 kommunale Kläranlagen im Jahr mehr als anderthalb Milliarden Kubikmeter Abwasser - das entspricht etwa der Wassermenge des Ammersees. „Abwasserreinigung ist nicht zum Nulltarif zu haben, denn gut funktionierende Anlagen brauchen moderne Technik und viel Knowhow im täglichen Betrieb“, sagte Göttle. In den vergangenen 60 Jahren haben Städte und Gemeinden rund 32 Milliarden Euro in den Bau von Abwasseranlagen investiert. Rund acht Milliarden hat der Freistaat über Zuschüsse beigetragen.+++

Der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) brachte erfreuliche Ergebnisse: Der Wirkungsgrad der bayerischen Anlagen konnte im Jahr 2005 gegenüber den Vorjahren auf hohem Niveau weiter verbessert werden. Mehr als 90% aller in den DWA-Nachbarschaften organisierten bayerischen Kläranlagen hatten sich am Leistungsvergleich des Fachverbandes beteiligt und ihre Messergebnisse dazu ausgewertet. Im Bundesvergleich liegt Bayerns Abwasserreinigung auf den vorderen Plätzen. „Eine hervorragende Leistung für den Standort Bayern und ein wesentlicher Beitrag zur Reinhaltung unserer Flüsse und Seen“, lobte Göttle. Das bestätigen auch die staatlichen Kontrollen der Wasserwirtschaftsämter: Die Anlagen reinigten in über 95 Prozent aller Überwachungen deutlich besser als nach den wasserrechtlichen Anforderungen vorgeschrieben und funktionierten ausgezeichnet. Göttle: "Auch ein Verdienst des gut ausgebildeten Personals, das in den sogenannten Nachbarschaften regelmäßig geschult wird". Günthert erläuterte dazu: "Diese Schulungen finden nach dem Prinzip ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe statt und zwar nach dem Motto: Aus der Praxis für die Praxis!" Die Entsorgungsfachleute der Kommunen und Zweckverbände sind seit mehr als 30 Jahren in Kanal- und Kläranlagen-Nachbarschaften organisiert. Dreimal pro Jahr trifft sich dort das Betriebspersonal der Kläranlagen aus der Region zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch. Rund 50 erfahrene Nachbarschaftslehrer - Abwassermeister und Ingenieure der Wasserwirtschaft und der Kommunen - bringen sie auf den neuesten Stand, informieren über gesetzliche Vorgaben und beraten bei Problemen. "Eine Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten des Freistaats und der Kommunen, die sich sehr bewährt hat", so Göttle, "denn gut funktionierende Abwasseranlagen sind eine Daueraufgabe der Kommunen für einen nachhaltigen Gewässerschutz".

Faktenkasten

  • Jeder Einwohner produziert täglich durchschnittlich 130 Liter Abwasser im Haushalt. Die größten Anteile entfallen auf Baden und Duschen, Toilettenspülung und Wäschewaschen.
  • Der Wirkungsgrad der Klärwerke wird durch Messungen am Zu- und Ablauf der Anlage ermittelt. Sämtliche Werte aller Anlagen gehen in den Leistungsvergleich ein, der bundeseinheitlich nach einer fünfstufigen Skala bewertet wird. Er wird vom Fachverband, der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), in den Landesverbänden durchgeführt.
  • Organische Schmutzstoffe sind eine der wesentlichen Messgrößen, denn sie belasten den Sauerstoffhaushalt der Gewässer und sind für die Gewässerökologie schädlich. Mikroorganismen bauen diese Stoffe in der biologischen Klärstufe zu über 90 Prozent ab. Im Freistaat hat mehr als 95 Prozent des gereinigten Abwassers nach dem aktuellen bayerischen Leistungsvergleich nur noch eine sehr geringe bis geringe Restbelastung.
  • Zusätzlich werden die eutrophierenden Nährstoffe Phosphat und Nitrat ausgewertet, die für übermäßiges Pflanzenwachstum im Gewässer verantwortlich sind. 374 große Kläranlagen, die über 80 Prozent des bayerischen Abwassers reinigen, sind mit einer dritten Reinigungsstufe zur Entfernung der Nährstoffe ausgerüstet. Dabei werden fast 90 Prozent der Phosphate und drei Viertel der Nitrate in den Kläranlagen aus dem Abwasser entfernt und die Gewässer dadurch wesentlich entlastet.



Pressefotos nach Regierungsbezirken zum Download (72 dpi, 300 dpi)



Redaktionelle Hinweise:
Die bayerischen Kanal- und Kläranlagen-Nachbarschaften sind online erreichbar über die Startseite des Fachverbandes www.dwa-bayern.de .
Weitere Infos zur Abwasserreinigung
www.bayern.de/LFW/technik/abwasser/welcome.htm
www.bayern.de/lfw/service/download/lagber04.pdf

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