PRESSEMITTEILUNG

Nr. 23 / Donnerstag, 21. Mai 2015

Hochwasser und Naturschutz
Flut tut Auen gut

LfU-Präsident Kumutat: "Auen sind Natur-Refugien und leisten Beitrag zum natürlichen Rückhalt bei Hochwasser"/ Donauauen bei Neuburg ab heute ökologisch geflutet

+++ Kleinere Hochwasser sind für Natur und Landschaft ein Gewinn, so der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Claus Kumutat, anlässlich der aktuell erhöhten Pegelstände im Oberland. Ab heute werden deshalb die Donauauen bei Neuburg ökologisch geflutet. Kumutat: "Auen sind die natürlichen Überschwemmungsgebiete der Flüsse und Bäche. Viele Lebensgemeinschaften sind dort gerade jetzt im Frühsommer auf eine zeitweise Überschwemmung angewiesen." Bei kleineren und mittleren Hochwasserereignissen leisten Auen außerdem einen Beitrag zum Hochwasserschutz, vor allem in den Oberläufen der Gewässer. Im Auenprogramm Bayern untersucht das Landesamt derzeit bayernweit die nutzbaren natürlichen Rückhalteräume. Kumutat betonte, Hochwasser sei ein Naturereignis. Staat und Kommunen würden nur dort mit Schutzmaßnahmen eingreifen, wo Siedlungen oder Infrastruktureinrichtungen bedroht seien. +++

Auen sind besonders artenreiche Lebensräume und deshalb für die Biodiversität wichtig: Mehr als zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten Bayerns kommen in den Auen vor und sind an wechselnde Wasserstände besonders angepasst. In naturnahen Auen kann sich Hochwasser ohne größere Schäden ausbreiten und zum Teil in den Boden versickern. Damit wirken Auen als natürliche Rückhalteflächen für Hochwasser. Um den natürlichen Rückhalt in den Auen zu verbessern, müssen nach den Worten Kumutats vor allem an den Oberläufen und den kleinen Gewässern bestehende Rückhalteräume gesichert und ehemalige Räume wiederhergestellt, Flüsse und Auen wieder stärker vernetzt und Auwälder neu geschaffen werden. An kommunalen Gewässern fördert der Freistaat die Reaktivierung alter Auen und die Schaffung neuer Auen mit bis zu 75 Prozent.

Faktenkasten

  • In den Donauauen zwischen Neuburg und Ingolstadt wird ab Donnerstagmittag gezielt Wasser aus der Donau an der Staustufe Bergheim in den Auwald geleitet. Diese sogenannte ökologische Flutung dauert voraussichtlich bis zum Wochenende.
  • Viele Gewässer wurden in den letzten Jahren abschnittsweise renaturiert. Dazu wurden zum Beispiel Altarme und Auen wieder an die Gewässer angeschlossen. Natürliche Ausuferungen sind wichtig für die Vernetzung dieser Lebensräume. Bei der aktuellen Hochwasserlage profitieren zum Beispiel die Auen der niederbayerischen Vils von den Ausuferungen und Überflutungen.
  • Im bayerischen Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020plus hat der Freistaat seit 2001 bislang rund 1,9 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Auen sind Teil der Hochwasserschutzstrategie, das Auenprogramm Bayern ist Bestandteil des Aktionsprogramms.

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