PRESSEMITTEILUNG

Nr. 17 / Dienstag, 05. Mai 2015

Aktualisierung der Biotopkartierung im Landkreis Unterallgäu abgeschlossen

Natur-Inventur bestätigt hohe naturschutzfachliche Bedeutung der naturnahen Quellen und Niedermoore im Landkreis

Purpur-Grasnelke
Purpur-Grasnelke (Quelle: LfU)
+++ Naturnahe Quellen und großflächige, grundwassergespeiste Niedermoore zählen zu den naturschutzfachlichen Besonderheiten im Landkreis Unterallgäu. Das belegt die aktuelle Biotopkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Von 2012 bis 2014 haben Experten des LfU in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Unterallgäu zum zweiten Mal die Naturschätze im Landkreis kartiert. Über 2,3 Prozent der Fläche im Landkreis wurden als Biotop eingestuft, das sind knapp 2.900 Hektar und über 1.600 Biotope. Die Ergebnisse sind eine wichtige Arbeitsgrundlage für Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler, zum Beispiel für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. +++

Das bedeutendste und bekannteste Quellmoor des Landkreises ist das Benninger Ried, der weltweit einzige Wuchsort der Purpur-Grasnelke. Einen entscheidenden Beitrag für die Artenvielfalt im Landkreis leisten auch das Hundsmoor, das Kettershauser Ried oder das Pfaffenhauser Moos. Viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind in den nährstoffarmen Niedermoor- und Quellstandorten zuhause, wie beispielsweise Mehlprimel, Sumpf-Glanzkraut, Bayerisches Löffelkraut oder der Teufelsabbiss-Scheckenfalter – eine stark gefährdete Tagfalterart, deren Raupe den blau blühenden Teufelsabbiss als Nahrungspflanze nutzt. Neben den Quellen und Mooren stellen die Vielzahl an Flüssen und Bächen wichtige Biotope im Landkreis dar. Wie ein feingliedriges Netz durchziehen Iller, Günz, Haselbach, Mindel, Neufnach oder Wertach und deren Zuflüsse die Riedellandschaft der Iller-Lech-Schotterplatte und bilden mit ihren gewässerbegleitenden Gehölzen, Auwäldern oder sonstigen Feuchtbiotopen wichtige, verbindende Lebensadern im Umfeld einer größtenteils intensiv genutzten Landschaft. Mit ihren ausgedehnten Au- und Hangwäldern stellt etwa die Iller eine wichtige Verbundachse zwischen Alpen und Donau dar.

Die erste Inventur liegt über 25 Jahre zurück. Das Bayerische Umweltministerium stellte rund 200.000 Euro für die Natur-Inventur zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von einem Fachbüro aus Landsberg am Lech durchgeführt.

Weitere Informationen
Die Ergebnisse der Biotopkartierung können über das Fachinformationssystem Naturschutz im Internet (FIN-Web) eingesehen werden unter http://fisnat.bayern.de/finweb oder kostenlos heruntergeladen werden unter http://www.lfu.bayern.de/natur/biotopkartierung_daten/index.htm.

Als Ansprechpartner vor Ort steht auch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu zur Verfügung.

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