PRESSEMITTEILUNG

Nr. 07 / Donnerstag, 21. Februar 2013

Naturschutz
Landesamt für Umwelt schließt zweite Biotopkartierung im Landkreis Kulmbach ab

Über fünf Prozent der Fläche im Landkreis als Biotop eingestuft

Kalkmagerrasen und Felsheiden am Schwalbenstein
Kalkmagerrasen und Felsheiden am Schwalbenstein (Quelle: LfU)
+++ Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat die Biotopkartierung im Landkreis Kulmbach abgeschlossen. In den vergangenen zwei Jahren wurde im Landkreis 5,3 Prozent der Fläche als Biotop kartiert, das sind knapp 3.500 Hektar und 1.680 Biotope. Die Biotopvielfalt ist enorm. Den Experten des LfU sind blütenreiche, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Felsbiotope mit seltener Felspaltenvegetation, Borstgrasrasen auf saurem Untergrund, Heckenkomplexe mit Kalkmagerrasen sowie orchideenreiche Flachmoore und Nasswiesen begegnet. Diese und weitere Naturschätze wurden in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Kulmbach zum zweiten Mal systematisch erfasst, nachdem die erste Inventur bereits 25 Jahre zurückliegt. Mit den Ergebnissen der Biotopkartierung erhalten Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage, zum Beispiel für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Das Bayerische Umweltministerium stellte rund 200.000 Euro für die Natur-Inventur zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von einem Fachbüro aus Nürnberg durchgeführt. +++

Drei Landschaftsräume unterschiedlicher Ausprägung treffen im Landkreis Kulmbach aufeinander: Auf den Hochflächen von Frankenwald und Münchberg im Nordosten des Landkreises dominieren Fichtenwälder, die von schmalen Tälern mit artenreichen Nass- oder Bergmähwiesen durchwoben sind. Berg-Flockenblume, Wald-Storchschnabel oder Bergwiesen-Frauenmantel sind typische Vertreter dieser in Bayern selten gewordenen blütenreichen Bergwiesen. Auf nährstoffärmeren Standorten findet man auch Borstgrasrasen, Silikatmagerrasen oder Niedermoore mit seltenen Arten wie Bärwurz, Bergwohlverleih oder auch das Holunder-Knabenkraut. Im Zentrum des Landkreises erstreckt sich das von den Tälern des Mains und seinen Zuflüssen geprägte Obermainische Hügelland. Hier finden sich Nass- und Extensivwiesenkomplexe sowie orchideenreiche Magerrasen. Auch in der südlich angrenzenden Nördlichen Frankenalb sind Kalkmagerrasen und andere Trockenbiotope die prägenden Lebensräume. Viele gefährdete Pflanzenarten, wie Bienen-Ragwurz, Insekten-Ragwurz, Großes Windröschen oder Kreuz-Enzian, finden hier ihren Lebensraum. Sie sind auf trockene und magere Standorte angewiesen.

Im Anschluss an die Biotopkartierung wird im Landkreis Kulmbach auch die Artenschutzkartierung durchgeführt. Dabei werden Tiergruppen wie Amphibien, Libellen und Tagfalter erfasst, um Verbreitung und Bestandssituation zu ermitteln. Die Ergebnisse der Artenschutzkartierung werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert. Die Daten stehen voraussichtlich ab Mitte des Jahres 2014 zur Verfügung.

Weitere Informationen
Die Ergebnisse der Biotopkarterung stehen kostenlos unter gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb oder als Download unter http://www.lfu.bayern.de zur Verfügung.

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