Bayerisches Landesamt für
Umwelt

PRESSEMITTEILUNG

Nr. 43 / Donnerstag, 04. Oktober 2012

1. Bayerische Vogelzugtage am 6./7. und 13./14.Oktober
Bayern zählt Zugvögel / Drossel, Fink und Star auf dem Weg nach Süden

Wasservogelzählungen seit über 50 Jahren in Bayern – nun auch Zugvögel

+++ Mit dem jährlichen Vogelzug beginnt auch wieder die Vogelzählung in Bayern. Seit über 50 Jahren finden in Bayern Wasservogelzählungen statt. Dieses Jahr sollen zum ersten Mal auch Greif- und Singvögel erfasst werden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat durch seine Vogelschutzwarte deshalb erstmals die „Bayerischen Vogelzugtage“ ausgerufen: An den ersten beiden Wochenenden im Oktober werden Bayerns Vogelkundler gebeten, sich an den Zählungen zu beteiligen. Die Vögel ziehen aus ihren Brutgebieten in Nord- und Osteuropa oder Sibirien zur Überwinterung nach Mittel- und Südeuropa oder Afrika. Claus Kumutat, Präsident des LfU: „Der Vogelzug ist ein Naturphänomen und eine wissenschaftliche Entdeckungsreise. Millionen von Zugvögeln fliegen bis November über Bayern.“ +++

Auch die Wasservogelzählung findet 2012 wieder statt: „Bayerns Seen sind für die durchziehenden Wasservögel wichtige Trittsteine auf dem Weg nach Süden. Jährlich rasten bis zu 180.000 Enten, Taucher und Schwäne gleichzeitig auf den gut 200 untersuchten bayerischen Gewässern“, so Kumutat. Beliebte Rastgebiete sind insbesondere die großen Seen im Voralpenland und die großen Flüsse mit ihren angrenzenden Auen und Flusstälern, wie der Starnberger See, der Ammersee, der Chiemsee, der Altmühlsee, der Ismaninger Speichersee sowie die Staustufen des Unteren Inns und der Donau. Während der Rastzeit sind die Wasservögel sehr empfindlich gegenüber Störungen. Da die Tiere viel Energie für ihren kräftezehrenden Flug in den Süden benötigen, appelliert Kumutat, Rücksicht auf die rastenden Zugvögel zu nehmen und einen angemessenen Abstand zu den Schwärmen zu halten.

Seit 1965 koordiniert die Staatliche Vogelschutzwarte des Bayerischen Landesamtes für Umwelt die jährlichen Zählungen durchziehender Wasservögel. Von September bis April erfassen 250 ehrenamtliche Ornithologen einmal im Monat die gefiederten Wintergäste an festen Zählstellen. Ziel des internationalen Monitoring-Programms ist, die Zug-Routen, wichtige Rastgebiete, Verbreitung und Häufigkeit der Wasservogel-Arten in Europa zu bestimmen.

Bei der Erfassung des aktiven Vogelzugs verlassen sich die Vogelkundler neben ihrem geschulten Gehör auf technische Hilfsmittel wie Fernglas und Spektiv. Sie kennen die Flugrufe der verschiedenen Kleinvögel und können so die herannahenden Scharen ziehender Finken und Drosseln erkennen. Schon aus einigen hundert Metern Entfernung sind herannahende Greifvögel, wie Mäuse- und Wespenbussarde, Sperber, Weihen und Fischadler durch die optischen Hilfsmittel auszumachen. Binnen weniger Stunden können so mehrere Tausend ziehende Vögel an einem Ort beobachtet werden.

Hinweis für Medienvertreter
Die Vogelkundler können am 13./14. Oktober bei ihrer Arbeit in Augsburg und Pölten (bei Murnau) begleitet werden.
Um eine kurze Anmeldung bis 12. Oktober 2012, 12.00 Uhr, unter pressestelle@lfu.bayern.de wird gebeten.

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