PRESSEMITTEILUNG

Nr. 26 / Montag, 21. Mai 2012

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai)
Lebensraum für stark gefährdete Kreuzkröte gemeinsam sichern

Kreuzkröte (Bufo calamita)
Kreuzkröte (Bufo calamita) (Quelle: Günter Hansbauer)
+++ Sand- und Kiesgruben sind wichtige Lebensräume für gefährdete Tierarten, wie die Kreuzkröte, so Claus Kumutat, Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU), zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt. Kumutat: „Bayern ist in besonderem Maße für die deutschlandweit gefährdete Kreuzkröte verantwortlich: Über zehn Prozent des Weltbestandes leben in Deutschland, der Freistaat liegt im Zentrum der Verbreitung.“ Die Kreuzkröte benötigt für ihre Entwicklung Gewässer, die immer wieder austrocknen. Solche Gewässer sind in unserer Landschaft aber sehr selten geworden. Deshalb beschränken sich Vorkommen der Kreuzkröte fast ausschließlich auf Sand- oder Kiesabbaustellen, Steinbrüche und Lehmgruben, in denen solche Gewässer noch regelmäßig entstehen. „Nur wenn Abbauunternehmen und Behörden gemeinsam anpacken, kann sich der Bestand der Kreuzkröte wieder erholen“, so Kumutat. +++

Im Rahmen des Artenhilfsprogramms (AHP) Kreuzkröte ist in einer Sandabbaustelle im Landkreis Augsburg ein beispielhaftes Projekt entstanden. Das Projekt wird seit 2008 von LfU, Regierung von Schwaben und Landschaftspflegeverband Landkreis Augsburg e.V. betreut. Es zeigt, dass sich Maßnahmen für den Artenschutz meist problemlos mit den betrieblichen Abläufen der Abbauunternehmen vereinbaren lassen, z.B. können Teilbereiche von Abbaustellen zeitweise sich selbst überlassen bleiben.

Eine Verbreitungskarte der Kreuzkröte bietet das LfU unter: www.lfu.bayern.de

Faktenkasten Kreuzkröte

  • Die Art ist bayernweit stark gefährdet (Rote Liste Gefährdungsstufe 2).
  • Die Kreuzkröte kommt in weiten Teilen Bayerns vor, fehlt aber weitgehend im Bayerischen und Oberpfälzer Wald und im Südosten Bayerns.
  • Als Lebensraum brauchen Kreuzkröten neben Gewässern, die immer wieder trocken fallen, offene Böden in denen sie sich eingraben können.
  • Weitere typische Vertreter dieser gefährdeten Lebensgemeinschaften sind die Uferschwalbe, der Flussregenpfeifer und die Wechselkröte.
  • Die erwachsenen Kreuzkröten sind nachtaktiv. Durch ein lautes rollendes Rufen „ärr…ärr…ärr“, vor allem im Mai und Juni, versuchen die Männchen an den Laichgewässern die Weibchen anzulocken.
  • Die Eiablage und die Entwicklung der Larven erfolgt im Zeitraum zwischen April und August.



Weitere Informationen
In den letzten Jahren wurden im Rahmen von Artenhilfsprogrammen auch rund 45 Pflanzenarten bearbeitet, darunter der Böhmische Enzian und das Bodensee-Vergissmeinnicht. Ziel der zahlreichen Artenhilfsprogramme in Bayern ist es, die Populationen akut gefährdeter Tierarten und die Wuchsorte von besonders seltenen und bedrohten Pflanzenarten dauerhaft zu sichern.

Eine Übersicht über die bayerischen Artenhilfsprogramme finden Sie unter www.lfu.bayern.de/natur.

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