PRESSEMITTEILUNG

Nr. 02 / Freitag, 13. Januar 2012

Geologie
Osser-Quarzit ist Bayerns "Gestein des Jahres" / Auszeichnung für Aussichtsberg des Bayerwaldes

"Verwitterung schuf am 1293 Meter hohen Osser bizarre Formen, die nirgendwo in Bayern eindrucksvoller sind - auch wegen des harten Osser-Quarzits"

Quelle: LfU
+++ Das Gestein des Jahres 2012 ist der Quarzit. Er ist in Bayern in einmaliger Weise am 1293 Meter hohen "Osser" im Lamer Winkel (Landkreis Cham) zu finden. Dies gab Bayerns Chef-Geologe am Landesamt für Umwelt, Roland Eichhorn, heute bekannt. Eichhorn: "Die Verwitterung schuf am Matterhorn des Bayerwalds bizarre Formen, die nirgendwo in Bayern eindrucksvoller sind. Der Osser ist geologisch etwas ganz Besonderes. Er ist im Gegensatz zu allen anderen großen Bergen des Bayerischen und Oberpfälzer Waldes aus seltenen und sehr harten Quarziten und Glimmerschiefern aufgebaut, und nicht aus Granit." Als einer der schönsten Aussichtsberge des Bayerwalds erlaubt der Osser-Gipfel bei guter Fernsicht den Blick über den Bayerischen Wald und den Böhmerwald. Eichhorn: "Ostbayern ist reich an steinernen Naturwundern. Daher ist auch der Osser-Quarzit ein würdiger Vertreter für das Gestein des Jahres 2012 in Bayern." +++

Die Geologen des Landesamts gehen davon aus, dass im Bereich des heutigen Osser-Massivs vor 470 Millionen Jahren in einem flachen Meeresbecken Tone und Sande abgelagert wurden. Mehr als hundert Millionen Jahre später wurden bei einer Gebirgsbildung diese Gesteine schließlich weit in die Tiefen der Erdkruste gedrückt. Eichhorn: "Die Gesteine des Ossers entstanden bei 600 Grad Celsius in einer Tiefe von etwa 12 Kilometern. Der Sandstein verwandelte sich bei diesen Temperaturen in Quarzit, der Tonstein in Glimmerschiefer." Die Glimmerschiefer findet man heute an den Gipfelfelsen von Großem und Kleinem Osser, die Quarzite beim Sattelparkplatz.

Bayerns schönste Geotope: Glimmerschiefer am Osser

Weitere Informationen

Das Gestein des Jahres wird seit 2007 für ganz Deutschland durch den Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) gemeinsam ausgewählt. In diesem Jahr wurde der Quarzit gewählt.


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