Bayerisches Landesamt für
Umwelt

PRESSEMITTEILUNG

Nr. 04 / Mittwoch, 16. Februar 2011

Gewässerschutz
LfU-Präsident Göttle: Betriebliches Wassermanagement Schlüssel für optimalen Gewässerschutz in der Industrie

Neue Gewässerschutz-Broschüre des LfU bei Papierhersteller UPM in Schongau vorgestellt

+++ In Bayern reinigen rund 2.700 kommunale Kläranlagen und 2.000 Industrie- und Gewerbebetriebe in werkseigenen Anlagen das Abwasser. Das geht aus einer neuen Veröffentlichung des Landesamtes für Umwelt (LfU) zum Gewässerschutz hervor. Und immer mehr Firmenchefs erkennen, dass sich umfassender Gewässerschutz für die Betriebe rechnet und zugleich Vorteile für die Umwelt bringt. "Sparen und Wiederverwerten ist die Devise. Betriebliches Wassermanagement ist der Schlüssel für den optimalen Gewässerschutz in der Industrie", sagte heute LfU-Präsident Prof. Albert Göttle in Schongau. Der Papierhersteller UPM mit seinem Werk in Schongau sei dafür ein Vorzeigebeispiel, so Göttle. "Nicht nur Wasser ist ein Wertstoff, sondern auch Abwasser. Diese Möglichkeiten gilt es auszuloten und verstärkt zu nutzen", so der LfU-Präsident bei der Vorstellung der Veröffentlichung. +++

Abwasser enthält Wertstoffe, deren Rückgewinnung sich lohnt. Das gilt zum Beispiel für den Phosphor, einen wertvollen Pflanzendünger. Ein Wertstoff ganz anderer Art ist die im Abwasser gespeicherte Wärme, die gewonnen und wieder genutzt werden kann: an vielen Kläranlagen hat das ankommende Abwasser auch im strengen Winter noch Temperaturen von über zehn Grad. Effiziente Energienutzung hilft die Kosten zu senken, denn der Abwasserreinigungsprozess ist energieintensiv und oft der größte Strom-Verbrauchsposten der Kommunen. Eine Energieanalyse lotet die Potentiale bei jeder einzelnen Anlage aus. Das Bayerische Umweltministerium hat dafür ein Förderprogramm für die Kommunen aufgelegt.

Faktenkasten

  • Rund 2,2 Milliarden Kubikmeter Abwasser fallen jedes Jahr in Bayern an und werden rund um die Uhr in Abwasseranlagen gereinigt - das ist mehr als die Wassermenge des Chiemsees. Dazu sind 2.700 kommunale Kläranlagen und rund 2.000 Werkskläranlagen aus Industrie und Gewerbe im Dauereinsatz.
  • Für die große Palette der Industrie- und Gewerbeabwasser gelten bundesweit branchenspezifische Anforderungen. Sie erfordern oft den Einsatz sehr spezieller Reinigungstechniken, die sich von der Anlagentechnik kommunaler Kläranlagen deutlich unterscheiden.
  • Das Werk von UPM in Schongau am oberbayerischen Lech ist eines von 25 Papierwerken im Freistaat und zählt zu den weltweit größten Herstellern von Zeitungs- und Magazindruckpapier aus Altpapier. Für den Gewässerschutz steht der sparsame Wasserverbrauch durch intensive Wiederverwertung und Kreislaufführung ganz oben: jeder Liter des entnommenen Frischwassers wird etwa 25 mal genutzt. Die bei UPM Schongau anfallende Abwassermenge wurde in den letzten Jahrzehnten auf heute 7 bis 8 Kubikmeter pro Tonne Papier gedrückt – ein im internationalen Maßstab herausragend niedriger Wert für diesen Sortenbereich. Gleichzeitig wurde die Leistungsfähigkeit der Werkskläranlage, die in ihrer Größe immerhin einer kommunalen Kläranlage für über 400.000 Einwohner entspricht, stetig gesteigert.



Die neue LfU-Veröffentlichung "Abwasserentsorgung in Bayern – Schutz von Fließgewässern und Seen" kann kostenlos bestellt werden unter www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_was_00054.htm

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