PRESSEMITTEILUNG

Nr. 61 / Donnerstag, 25. September 2008

’Bayerns schönste Geotope’
Geo-Gütesiegel für die "Krone Frankens": der Staffelberg wird ausgezeichnet

Quelle: LfU
(Bad Staffelstein) +++ Das Juraprofil am Staffelberg in der Nördlichen Frankenalb (Landkreis Lichtenfels) wurde heute in die Bestenliste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. "Der Staffelberg ist ein Klassiker der geologischen Forschung", sagte Christian Tausch vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) bei der Übergabe des Geotop-Gütesiegels an die Stadt Bad Staffelstein. 25 Millionen Jahre hat es gedauert, bis die geologischen Schichten des Staffelbergs in einem Meer der Mittleren und Oberen Jura-Zeit abgelagert waren. "Diese Gesteinsschichten und ihre Fossilien erzählen ein spannendes Kapitel der Erdgeschichte", so Tausch weiter. Geotope, wie zum Beispiel markante Felstürme, Findlinge, Gletscherschliffe oder Höhlen sind bemerkenswerte Werke der Natur. Ihre Attraktivität gilt es zu erhalten und touristisch sowie naturschutzfachlich zu nutzen. Einschließlich des Staffelbergs wurden bislang insgesamt 74 Objekte mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet, davon 14 in Oberfranken. +++

Für jeden prämierten Geotop bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern umfassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln. Einheimische und Touristen haben so die Möglichkeit, alles Wissenswerte über die Geologie unserer steinalten Naturschätze ’mitzunehmen’.

Nur wenige "Orte auf der Erdoberfläche" (Geotope) ermöglichen es, das Wissen über die Entstehung unserer Erde und die Entwicklung des Lebens auf ihr zu gewinnen und zu vermehren. Geotope werden im Freistaat seit 1985 systematisch erfasst. Bisher wurden fast 3.000 vom Geologischen Landesamt (jetzt: Bayerisches Landesamt für Umwelt) detailliert beschrieben und im GEOTOPKATASTER BAYERN aufgenommen. Weitere Informationen hierzu unter: www.geotope.bayern.de.

Fakten-Kasten zum Geotop ’Juraprofil Staffelberg’

  • Im mitteleuropäischen Jura-Meer kam es vor etwa 175 Millionen Jahren zunächst in küstenfernen Gebieten zur Ablagerung von dunklen Tonen. Im Mittleren Jura gelangte vorübergehend gröberes Abtragungsmaterial vom Festland her in das Meer. Aus diesem eisenreichen Sand entstand später die Formation des "Eisensandsteins". Im Oberen Jura schließlich, vor etwa 150 Millionen Jahren, bildeten sich im Meer unter tropisch-warmen Klimabedingungen mächtige Kalkablagerungen. An einigen Stellen siedelten sich Kieselschwämme, Algen und Mikroben an, die bald als flache Riffkomplexe über den Boden des Jurameeres wuchsen. In den dazwischen liegenden seichten Becken bildeten sich geschichtete Kalke.
  • In der Erdneuzeit wurde Nordbayern angehoben und Erosion setzte ein. Dadurch wurde die nördliche Frankenalb immer weiter abgetragen. Der Staffelberg ist der letzte Zeuge der ursprünglichen Formation – ein sogenannter Zeugenberg. Er bildet südlich des Obermaintals einen Vorposten der Frankenalb, von deren flächenhaftem Plateau die Riffgesteine seines Gipfels jedoch isoliert sind.
  • Aufgrund der vielen verschiedenen Gesteinsschichten zeigen die Hänge des Staffelbergs besonders ausgeprägte "Schichtstufen". Dabei bilden harte Schichten Steilstufen, weiche Schichten dagegen Verebnungen. Diese "staffelartig" übereinander folgenden Schichtstufen haben zur Namensgebung des Berges beigetragen.
  • Der Staffelberg wurde durch bemerkenswerte Fossilfunde bekannt, außerdem wurden hier früher Bausteine gewonnen, zeitweise hat man auch Eisenerze abgebaut.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen zum ’Juraprofil Staffelberg’ im Internet unter http://www.lfu.bayern.de/geologie/fachinformationen/geotope_schoensten/oberfranken/74/index.htm

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